Zielsetzung

Aufgaben

Was ist der Südtiroler Schützenbund?

Der Südtiroler Schützenbund ist eine Organisation, die, aufbauend auf die Tradition der Landes- und Zuzugsordnungen der Tiroler Geschichte, die Aufgabe hat, die Heimat und die Identität des Tiroler Volkes gegen innere und äußere Feinde und Bedrohungen zu schützen und diese Tiroler Identität, angepasst an die moderne Zeit, der Jugend weiterzuvererben.

Die Aufgabe der Schützen in den früheren Jahrhunderten war…

…die bewaffnete Verteidigung des Landes gegen militärische Feinde, die die Selbstständigkeit und die besonderen Freiheiten des Erbkronlandes Tirol bedrohten….

Die Aufgabe der Schützen heute…

…ist die Verteidigung der Tiroler Identität, wann immer sie bedroht wird. Identität wird definiert als Sprache, Kultur, Sitte Brauch, Rechtsempfinden, Glauben, Wertesystem und allgemein gelebte Verhaltensnormen von Menschen eines bestimmten Raumes. Identität ist also die Summe der Charaktereigenschaften, die über Generationen tradiert, die Menschen eines bestimmten Gebietes (Heimat) geprägt haben und ihnen ein unverwechselbares Gesicht verleihen. Der geographische Raum dieser Menschen – ihre Heimat – ist einerseits von diesen Menschen geprägt, andererseits prägt Heimat die Menschen.

Schützen sind – so gesehen – aktive Heimatschützer!

Aus dieser Aufgaben und Ziel – Definition sind dreierlei Aufgaben ableitbar:

  • gesellschaftspolitische (volkstumspolitische) Aufgaben;
  • kulturelle Aufgaben;
  • gesellschaftlich-soziale (solidarische) Aufgaben.

Schützen haben nicht nur volkstumspolitische Aufgaben, sonst wären sie eine politische Partei, wohl aber die Aufgabe als “politisches” Gewissen des Landes auf alle jene offenen und schleichenden Bedrohungen der Tiroler Identität aufmerksam zu machen und gegen sie mobil zu machen; ein solches gesellschaftspolitisches Engagement hatten Schützen auch in der Vergangenheit. Beispielsweise entsandten 1813/14 die Schützen einen eigenen Delegierten nach Wien um die Wiederherstellung der alten Landesverfassung zu fordern, 1862 erzwangen Tiroler Schützen, dass der von Herzog Ernst II von Sachsen-Coburg-Gotha zum Ersten Allgemeinen Schützenfest in Frankfurt eingeladene Garibaldi und seine Mannen wieder ausgeladen wurde, ansonsten sich die Tiroler Schützen geweigert hätten, daran teilzunehmen.

Schützen haben nicht nur kulturelle Aufgaben, sonst wären sie ein auf Trachten, Denkmalsrenovierung und Brauchtumserhaltung spezialisierter Heimatpflegeverband.

Schützen haben nicht nur gesellschaftlich-soziale, solidarische Aufgaben der Nachbarschaftshilfe, sonst wären sie eine Art trachtentragender Vinzenzverein.

Die Trinität der Aufgaben – gesellschaftspolitische, kulturelle und soziale – ausgerichtet auf das Ziel der Identitätserhaltung Tirols macht die Schützen heute aus.

Volkstumspolitisch

Zielsetzung der Schützen heute

  • Schützen treten für die Selbstbestimmung und die friedliche Wiedervereinigung Tirols in einem europäischen Kontext ein; sie verfechten die Idee eines europäischen Bundeslandes Tirol, in dem nur die übergeordneten Aufgaben der Verteidigung, der Währung und der großen Außenpolitik den Nationalstaaten oder einem europäischen Bundesstaates übertragen bleiben, alle anderen Funktionen durch diese grenzüberschreitende Regionalgemeinschaft selbstständig erfüllt werden.
  • Lösung der Toponomastikfrage(Ortsnamengebung) in Südtirol nach den Prinzipien der UN Conference for geographical names und der UN-Menschenrechtskonvention. Die Mikrotoponomastik die Namen der Flure, Bäche, Siedlungen – sollen ausschließlich einnamig nach der Sprache der alteingesessenen Bevölkerung lauten, die amtlichen Namen der Städte, Dörfer, Märkte grundsätzlich einnamig in der Sprache der alteingesessenen Bevölkerung lauten. Exonyme (Namen in anderer Sprache) sind außerhalb der Amtlichkeit selbstverständlich möglich.
  • Durchsetzung der Zweisprachigkeit auf allen Verwaltungsbereichen, z.B. der Beipackzettel bei Medikamenten und bei allen Behörden.
  • Einführung einer modernen Tiroler Wehrverfassung – keine Stationierung italienischer Heereseinheiten in Südtirol und kein Wehrdienst für Südtiroler im italienischen Heer.
  • Einsatz für die Erhaltung der Natur, von Naturdenkmälern und gegen rein ökonomisch orientierte Ausbeutung der Natur.
  • Eintreten für Minderheitenrechte und Kampf gegen Verletzungen gegen das Gleichheitsprinzip der Menschen vor dem Gesetz.
Kulturell

Kulturelle Aufgaben

  • Pflege des Geschichtsbewußtseins durch Begehen von Gedenktagen, Wiederherstellung von Denkmälern, Gebäuden, Herausgabe von Publikationen;
  • Wiederbelebung von Bräuchen, Prozessionen, die Beflaggung an Feiertagen;
  • Pflege und Wiederbelebung der Dialektsprache und -ausdrücke;
  • Pflege des alten Liedgutes;
  • Pflege der heimischen Trachten;
  • Pflege und Wiederbelebung des Scheibenschießens sowie der damit verbundenen kulturellen Riten (gemalte Scheiben, Auflegendschießen usw.).
Solidarisch

Solidarische Aufgaben

  • Pflege der Kameradschaft ohne Unterschied des Standes;
  • Nachbarschaftshilfe in dem Dorfgemeinschaften durch Pflege der Soldatenfriedhöfe, Hilfe in karitativen Organisationen (Essen auf Rädern, freiwilliger Arbeitsdienst, Altenbetreuung);
  • Integration von Jugendlichen durch Vermittlung von Gemeinschaftssinn, Verantwortungsbewußtsein für die Gemeinschaft;
  • Übernahme von Aufsichtsdienst bei Landes-Ausstellungen;
  • Engagement und Hilfe für in Not geratene Schützen.
Menü
X
X