Ehrenmajor Hans Graber verabschiedet

SCHLANDERS – Am Samstag, dem 31. Oktober 2026, wurde Ehrenmajor Johann „Hans“ Graber im Rahmen eines bewegenden Trauergottesdienstes in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Schlanders verabschiedet. Rund 200 Schützen aus ganz Tirol erwiesen ihm das letzte Geleit und unterstrichen damit die große Wertschätzung, die Hans Graber für sein jahrzehntelanges Wirken im Dienste des Schützenwesens sowie für Volk und Heimat entgegengebracht wurde.

Sein Lebenswerk reicht weit über den Vinschgau hinaus. Hans Graber trug entscheidend dazu bei, das Schützenwesen im Vinschgau aufzubauen, zu festigen und nachhaltig zu prägen. Sein Weg führte ihn von der Schützenkompanie Schlanders über den Schützenbezirk Vinschgau bis in die Bundesleitung des Südtiroler Schützenbundes, der er insgesamt 22 Jahre angehörte. Als der Bund in den Jahren 2000 und 2001 ohne Landeskommandanten dastand, übernahm er interimistisch die Führung der Bundesgeschäfte.

Die Bezirksmajore Thomas Innerhofer, Hannes Holzner, Rudolf Lanz und Florian Lechner hielten die Sargwache. © Foto Wieser

Hans Graber war Ehrenmajor des Südtiroler Schützenbundes und des Bundes der Tiroler Schützenkompanien. Dass ihm beide Verbände diesen Ehrentitel verliehen, war in der Tiroler Schützenlandschaft einmalig und zeugt von der außerordentlichen Wertschätzung, die er weit über die Landesgrenzen hinaus genoss.

Eine verantwortungsvolle und ausgewogene Führung des Schützenwesens lag ihm ebenso am Herzen wie die enge Zusammenarbeit der Schützen in Gesamttirol. Über die Unrechtsgrenze am Brenner hinweg setzte er sich unermüdlich dafür ein, die Verbundenheit der Tiroler Schützen zu stärken und lebendig zu halten.

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Den Trauergottesdienst zelebrierte Landeskurat Pater Christoph Waldner gemeinsam mit dem Dekan von Schlanders, P. Dr. Jolly Joseph Chakkalakkal MSFS, und Pater Maximilian Frank. Landeskommandant Christoph Schmid würdigte das Leben und Wirken von Hans Graber in einer bewegenden Grabrede, die wir nachstehend im vollen Wortlaut veröffentlichen.

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Eine Ehrenformation der Schützenkompanien der Gemeinde Schlanders unter dem Kommando von Hauptmann Joachim Frank erwies dem Verstorbenen mit einer letzten Ehrensalve die militärischen Ehren. Anschließend senkten sich die Fahnen der angetretenen Schützen über dem offenen Grab – ein letzter, stiller Gruß an einen verdienten Kameraden, der dem Tiroler Schützenwesen über Jahrzehnte mit Treue, Überzeugung und unermüdlichem Einsatz gedient hatte.

Musikalisch und gesanglich mitgestaltet wurde die Begräbnisfeier von der Bläsergruppe der Musikkapelle Schluderns und dem Kirchenchor Schlanders.

Landeskommandant Christoph Schmid. © Foto Wieser

Geschätzte Trauerfamilie, verehrte Angehörige, liebe Schützenkameraden, liebe Trauergemeinde!

Wir stehen heute am Grab unseres Ehrenmajors Hans Graber – in Dankbarkeit, Ehrfurcht und tiefer Trauer. Über Jahrzehnte hat er das Schützenwesen im Vinschgau und weit darüber hinaus geprägt. Er war ein Kamerad, der Verantwortung lebte, und ein aufrechter Tiroler, für den Treue zur Heimat Verpflichtung war.

Wie wir heute in der Kirche gehört haben, war Hans’ Leben von frühen Herausforderungen, Tatkraft und tiefer Heimatverbundenheit geprägt. Hier am Grab möchte ich besonders auf sein Wirken für das Schützenwesen und auf sein Vermächtnis schauen.

Hans führte den Schützenbezirk Vinschgau und übernahm Verantwortung auf Bundesebene. Insgesamt gehörte er 22 Jahre der Bundesleitung an. Als der Südtiroler Schützenbund in den Jahren 2000 und 2001 ohne Landeskommandanten dastand, übernahm er interimistisch die Führung der Bundesgeschäfte.

Liebe Trauergemeinde!

Hinter diesen Ämtern und Zahlen standen unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit, persönliche Sorgen und Opfer. Vor allem stand dahinter ein Mensch, der seine Zeit und Kraft in den Dienst einer Sache stellte, an die er aus tiefstem Herzen glaubte.

Hans Graber war kein Schütze für besondere Anlässe. Er war Schütze aus Überzeugung. Ein Leben lang.

Hans wusste: Eine Gemeinschaft braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, auch wenn die Arbeit mühsam wird, und auf deren Wort man sich verlassen kann. Eine Schützenkompanie war für ihn ein Ort der Kameradschaft und der Verantwortung füreinander. Zugleich verstand er den geschichtlichen Auftrag des Tiroler Schützenwesens: die Erinnerung wachzuhalten, unsere Identität zu bewahren und die Verbundenheit Tirols über Grenzen hinweg lebendig zu halten.

Für diese Überzeugungen stand Hans ein – nicht nur mit Worten, sondern vor allem durch sein Handeln. Nicht Titel und Auszeichnungen waren ihm wichtig, sondern das Wohl seiner Kameraden, das Ansehen des Schützenwesens und die Verantwortung gegenüber unserer Heimat.

Die zahlreichen Ehrungen zeigen, wie sehr Hans weit über den Vinschgau und Südtirol hinaus geschätzt wurde. Doch die größte Auszeichnung eines Schützen ist die Achtung seiner Kameraden und das Vertrauen jener Menschen, mit denen er über Jahrzehnte den Weg geteilt hat. Diese Auszeichnung hat Hans in besonderer Weise verdient.

Liebe Schützenkameraden!

Hans’ Lebensweg zeigt, dass Heimatliebe bedeutet, aus der Geschichte Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen. Er hat uns Beständigkeit vorgelebt.

Sein Wirken endete nicht mit der Übergabe eines Amtes. Es lebt weiter in der Geschichte der Schützenkompanie Schlanders, in der Entwicklung des Schützenbezirkes Vinschgau und in seinem jahrzehntelangen Einsatz für den Südtiroler Schützenbund. Es lebt in den Erinnerungen seiner Kameraden und in den Generationen weiter, die seine Fahnen tragen.

Geschätzte Trauerfamilie!

Für euch war Hans nicht in erster Linie Ehrenmajor, Bezirksmajor oder Hauptmann. Er war ein geliebter Mensch und Teil eurer Familie. Seine vertraute Stimme, seine Gegenwart und sein Platz in eurem Leben werden nun fehlen.

Hinter seinem ehrenamtlichen Einsatz stand auch eine Familie, die seine Begeisterung für das Schützenwesen mitgetragen und gewiss auf gemeinsame Stunden verzichtet hat. Dafür gebührt euch unser aufrichtiger Dank. Im Namen des Südtiroler Schützenbundes, seiner Bundesleitung und aller Schützenkameraden spreche ich euch unser tief empfundenes Mitgefühl aus. Möge euch die Erinnerung an die gemeinsamen Jahre mit Hans Kraft und Trost geben.

Liebe Trauergemeinde!

Hans hat das Südtiroler Schützenwesen mitaufgebaut und über Jahrzehnte mitgeprägt. Was er uns hinterlässt, ist Auftrag. Denn wahre Treue zur Heimat zeigt sich nicht allein darin, dass wir unserer Verstorbenen gedenken. Sie zeigt sich darin, dass wir ihr Werk weiterführen.

Lieber Hans!

Heute stehen deine Kameraden noch einmal vor dir – mit unseren Fahnen, mit unserer Tracht und mit jener Achtung, die du dir in einem langen Leben erworben hast. Über viele Jahrzehnte hast du Verantwortung übernommen und bist vorangegangen, wenn es galt, einen Weg zu weisen. Du warst zur Stelle, wenn das Schützenwesen dich brauchte.

Heute stehen wir hier, um dir zu sagen: Dein Dienst ist getan.

Du hast deinen Beitrag geleistet, deine Pflicht erfüllt und deiner Heimat und deinen Kameraden mehr gegeben, als man von einem Menschen erwarten darf. Nun darfst du ruhen.

Als Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes verneige ich mich in Dankbarkeit vor dir. Ich danke dir für 67 Jahre Treue zum Schützenwesen, für deinen unermüdlichen Einsatz, deine Verlässlichkeit und Standhaftigkeit und für alles, was du für den Vinschgau und unser ganzes Tirol getan hast. Vor allem danke ich dir dafür, dass du uns gezeigt hast, was es bedeutet, ein aufrechter Tiroler und ein treuer Schützenkamerad zu sein.

Ein Schütze legt eines Tages sein Gewehr nieder, legt seine Tracht ab und übergibt seine Aufgaben in jüngere Hände. Aber das, wofür er eingestanden ist, bleibt. Die Fahnen werden weitergetragen, die Kameraden werden weiter ausrücken – und mit ihnen wird auch ein Stück deines Lebenswerkes weitergehen.

So nehmen wir heute Abschied von dir, nicht ohne Schmerz, aber mit unendlich viel Dankbarkeit. Du warst einer von uns. Du bist einer von uns. Und in unserer Erinnerung wirst du immer einer von uns bleiben.

Der Südtiroler Schützenbund wird dir stets ein ehrendes Andenken bewahren. Und so rufen wir dir heute ein letztes Mal in Ehrfurcht und Dankbarkeit zu:

Vergelt’s Gott, lieber Hans, für deine Treue. Vergelt’s Gott für deine Kameradschaft. Vergelt’s Gott für alles, was du für unsere Heimat getan hast.

Möge der Herrgott dir all das Gute vergelten, das du in deinem langen Leben gewirkt hast.

Ruhe in Frieden, Ehrenmajor Hans Graber. Pfiat di, Kamerad.

Beerdigung Ehrenmajor Hans Graber in Schlanders, 31.10.2026

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Nein zur Streichung des ladinischen Namens am Kronplatz

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