ABSAM – Am Sonntag, den 11. Oktober 2026, versammelten sich bereits zum 61. Mal Hunderte Schützen, Marketenderinnen, Angehörige und Freunde zur traditionellen Gesamttiroler Schützenwallfahrt im Marienwallfahrtsort Absam. Im Mittelpunkt standen das gemeinsame Gebet, das Gedenken an die Verstorbenen und die Verbundenheit der Tiroler Landesteile.
Die Wallfahrt wurde vom Verband Tiroler Schützen ausgerichtet, dem gemeinsamen Dachverband des Bundes der Tiroler Schützenkompanien, des Südtiroler Schützenbundes und des Welschtiroler Schützenbundes. Sie ist alljährlich ein sichtbares Zeichen der Zusammengehörigkeit der Schützen und Marketenderinnen aus allen Teilen des historischen Tirols.
Nach dem landesüblichen Empfang am Gemeindeplatz, der dem Tiroler Landtagsabgeordneten und Hauptmann der Schützenkompanie Birgitz, Andreas Kirchmair, als Vertreter des Landeshauptmanns, dem Absamer Bürgermeister Manfred Schafferer sowie weiteren Ehrengästen galt, führte der Bittgang durch den Ort und vorbei an der Absamer Marienbasilika, einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsstätten Österreichs.
Der anschließende Festgottesdienst auf dem Absamer Sportplatz wurde vom Landeskuraten des Südtiroler Schützenbundes, P. Christoph Waldner OT, gemeinsam mit dem Landeskuraten des Bundes der Tiroler Schützenkompanien, Pfarrer Martin Ferner, dem Absamer Pfarrer Martin Chukwu sowie P. Reinald Romaner OFM, gestaltet.
Für die musikalische Mitgestaltung sorgte die Musikkapelle Thaur, während die Speckbacher Schützenkompanie Absam als Ehrenkompanie ausrückte und der Feier einen würdigen Rahmen verlieh. Das Gesamtkommando lag in den Händen von Major Kurt Mayr.
Die drei Landeskommandanten, Mjr. Thomas Saurer, Mjr. Christoph Schmid und Mjr. Enzo Cestari, konnten gemeinsam mit den jeweiligen Bundesfahnen zahlreiche Abordnungen aus allen Teilen Tirols begrüßen und dankten den Teilnehmern für ihr Kommen sowie für das gelebte Zeichen der Verbundenheit.
„Wir dürfen auf ein außergewöhnliches Schützenjahr 2026 zurückblicken. Besonders das Alpenregionstreffen in Innsbruck hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig unsere Tradition ist und wie stark unsere Gemeinschaft zusammenhält. Dafür bin ich von Herzen dankbar! Die heutige Gesamttiroler Schützenwallfahrt war ein schöner Anlass, innezuhalten, Danke zu sagen und gemeinsam Kraft für die Zukunft zu schöpfen. Denn was uns verbindet, ist weit mehr als Tradition – es ist die Liebe zu unserer Heimat Tirol!“, betonte Landeskommandant Mjr. Thomas Saurer.
Eduard-Reut-Nicolussi-Preis verliehen
Ein weiterer Höhepunkt der diesjährigen Schützenwallfahrt war die feierliche Verleihung des Eduard-Reut-Nicolussi-Preises im Anschluss an den Festgottesdienst. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Verband Tiroler Schützen Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um das Zusammenwachsen der Tiroler Landesteile und die Einheit Tirols verdient gemacht haben.
Der Preis gilt als gesamttiroler Ehrung und richtet sich insbesondere an Menschen außerhalb der Schützenbünde, die sich durch ihr berufliches, gesellschaftliches oder öffentliches Wirken für die Verbundenheit der Tiroler Landesteile einsetzen. Die Auszeichnung wird auf Vorschlag der Bundesleitungen von der Landesleitung des Verbandes Tiroler Schützen beschlossen und einmal jährlich im Rahmen der Gesamttiroler Schützenwallfahrt verliehen.
Namensgeber ist der 1888 in Trient geborene und 1958 in Innsbruck verstorbene Jurist und Politiker Eduard Reut-Nicolussi, der als unermüdlicher Streiter für die Einheit und Freiheit Tirols in die Geschichte eingegangen ist.
In diesem Jahr wurden zwei Persönlichkeiten mit dem Eduard-Reut-Nicolussi-Preis und der dazugehörigen Medaille ausgezeichnet:
- Hildegard Flor, Journalistin der Tageszeitung „Dolomiten“, auf Vorschlag des Welschtiroler Schützenbundes.
- Werner Neubauer, Buchautor, Publizist, Regisseur und ehemaliger Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat, auf Vorschlag des Südtiroler Schützenbundes.
Beide Geehrten haben sich über Jahrzehnte hinweg in ihren jeweiligen Wirkungsbereichen für die Einheit Tirols und die Verbundenheit seiner Landesteile eingesetzt.
Mit der Verleihung würdigten die Tiroler Schützen dieses langjährige Engagement und sprachen den beiden Preisträgern ihren aufrichtigen Dank und ihre herzlichen Glückwünsche aus.
Die 61. Gesamttiroler Schützenwallfahrt in Absam war damit einmal mehr ein eindrucksvolles Bekenntnis zum gemeinsamen Glauben, zur gelebten Tradition und zur Zusammengehörigkeit aller Tiroler Landesteile.