BOZEN – Alt-Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder übt deutliche Kritik an den Plänen zur Neuordnung des Senatswahlkreises Bozen/Unterland. In einem Beitrag der RAI Tagesschau vom 29. August 2026 stellt er sowohl das Vorgehen der SVP-Parteiführung als auch die Notwendigkeit einer Änderung des bisherigen Wahlkreiszuschnitts grundsätzlich infrage.
Besonders kritisch äußert sich Durnwalder darüber, wie die Diskussion um den Wahlkreis bislang geführt worden sei. Eine derart weitreichende Entscheidung dürfe nicht hinter verschlossenen Türen vorbereitet und anschließend der Bevölkerung präsentiert werden.
„Man hätte das nie in den hinteren Kammern ausmachen dürfen und danach der Bevölkerung mitteilen“, betont der ehemalige Landeshauptmann. Wenn man von Demokratie spreche, sei es „fair und richtig“, die betroffenen Menschen vorher zu informieren und einzubeziehen.
Damit greift Durnwalder einen zentralen Kritikpunkt auf, der in den vergangenen Wochen auch aus dem Unterland immer wieder vorgebracht wurde. Gemeinden, Bürger und der Südtiroler Schützenbund hatten mehrfach bemängelt, dass über eine mögliche Aufsplitterung des historisch gewachsenen Wahlkreises gesprochen werde, ohne die betroffene Bevölkerung ausreichend einzubinden.
„Warum soll man das jetzt noch einmal abändern?“
Auch inhaltlich sieht Durnwalder keinen überzeugenden Grund für eine Änderung. Der bestehende Wahlkreis sei seinerzeit gemeinsam mit Vertretern der italienischen Volksgruppe und den politischen Parteien ausgearbeitet und akzeptiert worden.
Entsprechend deutlich fällt seine Frage aus: „Warum soll man jetzt das noch einmal abändern? Das sehe ich nicht ein.“
Nach Ansicht Durnwalders müsse die Südtiroler Volkspartei vielmehr in Rom alles daransetzen, die bisherige Regelung beizubehalten. Wenn der politische Wille vorhanden sei, müsse versucht werden, eine entsprechende Lösung zu erreichen.
Grundsätzlich warnt Durnwalder auch davor, Wahlkreise so zuzuschneiden, dass dadurch einer bestimmten Partei oder einem bestimmten Kandidaten ein Wahlerfolg erleichtert oder garantiert werden soll. Eine solche Vorgangsweise widerspreche dem eigentlichen Sinn demokratischer Wahlen.






