DUBLIN – Vom 23. bis 27. August 2026 führte die heurige Marketenderinnenreise nach Irland. Marketenderinnen aus Süd-, Nord- und Welschtirol sowie aus Bayern machten sich gemeinsam mit einigen Begleitpersonen auf den Weg auf die „Grüne Insel“. Insgesamt zählte die Reisegruppe 31 Teilnehmer.
Während ein Teil der Gruppe bereits am Sonntag in Dublin eintraf, reisten die übrigen Teilnehmer am Montag nach. Damit war die Reisegruppe vollständig, und der erste gemeinsame Abend konnte in gemütlicher Runde ausklingen.
Am Dienstag stand die irische Hauptstadt Dublin im Mittelpunkt. Bundesmarketenderin Stephanie Mulser führte die Gruppe zu Fuß von den modernen Docklands in Richtung Innenstadt und vermittelte dabei zahlreiche Einblicke in die bewegte Geschichte der Stadt. Für die Teilnehmer aus Welschtirol übernahm Bezirksmarketenderin Julie Vanzetta während der Führung die Übersetzung.
Gleich zu Beginn wurde eines der einschneidendsten Kapitel der irischen Geschichte thematisiert: die Große Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts. Ausgelöst durch die Kartoffelfäule und verschärft durch die damaligen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse, traf sie Irland besonders schwer. Rund eine Million Menschen starben, etwa ebenso viele verließen ihre Heimat und suchten vor allem in Nordamerika eine neue Zukunft.
Passend dazu führte der Weg zur „Jeanie Johnston“, dem Nachbau eines irischen Auswandererschiffes aus dem 19. Jahrhundert. Das Original überquerte insgesamt 16-mal den Atlantik und brachte mehr als 2.500 Menschen nach Nordamerika. Bemerkenswert ist, dass während dieser Überfahrten kein einziger Todesfall an Bord verzeichnet wurde.
Anschließend ging es entlang des Flusses Liffey weiter durch Dublin. Dabei erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die Bedeutung des Flusses für die Entwicklung der Stadt. An der berühmten Ha’penny Bridge, einem der bekanntesten Wahrzeichen Dublins, wurde die Entstehungsgeschichte der historischen Fußgängerbrücke erläutert. Ebenso führte der Rundgang zu jenen Orten, an denen sich einst die erste Wikingersiedlung entwickelte und aus denen später das alte und das neue Dublin hervorgingen.
Nach dem ersten Teil der Stadtführung legte die Reisegruppe im Old Mill Restaurant eine Pause ein und stärkte sich bei einem traditionellen irischen Frühstück. Danach führte der Rundgang zum traditionsreichen Trinity College und weiter zur bekannten Molly-Malone-Statue. Durch die belebte Grafton Street ging es schließlich in Richtung Guinness Storehouse, das die Teilnehmer anschließend auf eigene Faust erkunden konnten. Einige ließen den Ausflug besonders stilecht ausklingen und kehrten mit einer Pferdekutsche in die Innenstadt zurück.
Am Mittwoch teilte sich die Reisegruppe für zwei unterschiedliche Tagesausflüge auf. Ein Teil machte sich auf den Weg an die irische Westküste zu den weltberühmten Cliffs of Moher. Die imposanten Steilklippen im County Clare ragen bis zu 214 Meter über dem Atlantik empor und boten einen beeindruckenden Blick auf die raue Küstenlandschaft und die Weite des Meeres.
Die zweite Gruppe führte ihr Ausflug in die Grafschaft Wicklow und nach Glendalough. Das sogenannte „Tal der zwei Seen“ ist besonders für seine frühmittelalterliche Klosteranlage und die eindrucksvolle Landschaft der Wicklow Mountains bekannt. Die Region erlangte zudem als Filmkulisse internationale Bekanntheit. So wurden in den Wicklow Mountains unter anderem Szenen für den Film „Braveheart“ gedreht; auch Schauplätze aus „P.S. I Love You“ finden sich in dieser Gegend.
Nach erlebnisreichen Tagen auf der Grünen Insel hieß es am Donnerstag schließlich Abschied nehmen. Mit zahlreichen neuen Eindrücken, vielen gemeinsamen Erlebnissen und schönen Erinnerungen im Gepäck trat die Gruppe die Heimreise nach Tirol und Bayern an.
Die Marketenderinnenreise 2026 bot damit nicht nur Gelegenheit, Irland mit seiner reichen Geschichte, eindrucksvollen Landschaft und lebendigen Kultur kennenzulernen, sondern stärkte einmal mehr auch die grenzüberschreitende Gemeinschaft und Kameradschaft der Marketenderinnen aus den verschiedenen Teilen Tirols und Bayerns.






