BOZEN – Mit großem Unverständnis nimmt der Südtiroler Schützenbund die Berichte über das neue staatliche Sicherheitsdekret zur Kenntnis, wonach selbst Taschenmesser mit einer Klinge ab fünf Zentimetern und Feststellmechanismus pauschal verboten sein sollen. Was in Rom offenbar als Sicherheitspolitik verkauft wird, ist in Wahrheit ein weiterer Auswuchs zentralistischen Denkens, das Lebenswirklichkeit, Hausverstand und gewachsene Traditionen missachtet.
„Für uns Schützen ist klar: Wer derartige Alltags- und Brauchtumsgegenstände unterschiedslos unter Generalverdacht stellt, schießt völlig über das Ziel hinaus. Viele Schützen tragen zur Tracht ein Trachtenbesteck, also Messer und Gabel, in der Lederhose. Dabei handelt es sich nicht um Waffen, sondern um Bestandteile gelebten Brauchtums und einer überlieferten Kultur. Wer so etwas verbieten oder kriminalisieren will, zeigt vor allem eines: völlige Ahnungslosigkeit gegenüber unserem Land, seinen Menschen und seinen Traditionen“, so Landeskommandant Christoph Schmid.
Es ist ein Skandal, wenn der Staat nicht mehr zwischen gefährlichen Gegenständen und harmlosen Alltags- oder Traditionsobjekten unterscheiden kann oder will. Mit dieser Regelung geraten nicht Kriminelle ins Visier, sondern rechtschaffene Bürger, Wanderer, Jäger, Brauchtumsträger und Familien. Ein Staat, der seinen Bürgern mit solcher Maßlosigkeit begegnet, verspielt Vertrauen und Respekt.





