Nachruf auf Prof. Rodolfo Signorini

Prof. Rodolfo Signorini

Ehrenkranzträger des Südtiroler Schützenbundes (2017)
27. Jänner 1941 – 7. Dezember 2025

BOZEN/MANTUA – Mit großer Trauer nimmt der Südtiroler Schützenbund Abschied von Prof. Rodolfo Signorini, der heute im Alter von 84 Jahren verstorben ist. Mit ihm verlieren wir nicht nur einen herausragenden Historiker, Kunstkenner und Kulturvermittler, sondern vor allem einen aufrichtigen Freund Tirols.

Prof. Signorini war seit 1978 Konservator des Museums im Palazzo d’Arco in Mantua, das 1979 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Wie kaum ein Zweiter prägte er über Jahrzehnte das kulturelle und historische Profil dieses bedeutenden Hauses. Auf seine Initiative geht auch die jährliche Gedenkfeier im Palazzo d’Arco am 20. Februar zurück, die seit dem Jahr 2000 an das Schicksal von Andreas Hofer erinnert, der dort am 19. Februar 1810 vor ein napoleonisches Kriegsgericht gestellt wurde.

Mit seiner tatkräftigen Unterstützung ist es dem Gesamttiroler Schützenbund – ERT gelungen, am 18. Februar 2006 eine Gedenktafel für Andreas Hofer im Palazzo d’Arco zu enthüllen – ein starkes Zeichen der historischen Verbundenheit über Grenzen hinweg. Ohne Prof. Signorini wäre ein würdiges Gedenken an dieser geschichtsträchtigen Stätte in dieser Form kaum möglich gewesen.

Neben seinem Wirken als Konservator war er unter anderem:

  • Generalsekretär der Accademia Nazionale Virgiliana in Mantua,
  • Ordentliches Mitglied der Classe di Lettere ed Arti,
  • Bibliothekar der Akademie,
  • Commendatore della Repubblica,
  • Vorstandsmitglied der Fondazione d’Arco,
  • Träger des silbernen Tiroler Adler-Ordens des Landes Tirol,
  • sowie Präsident des Mantuaner Komitees der Società Dante Alighieri.

2017 wurde Prof. Rodolfo Signorini für seine außergewöhnlichen Verdienste mit dem Ehrenkranz des Südtiroler Schützenbundes ausgezeichnet – eine Ehrung, die nur in ganz seltenen Fällen außerhalb Tirols verliehen wird.

Landeskommandant Elmar Thaler würdigte ihn damals als einen Mann, der aus dem Palazzo d’Arco und dem Gebiet um die Porta Giulia „fast schon eine Tiroler Exklave“ gemacht habe. Diese Worte bringen sein Lebenswerk treffend auf den Punkt. Prof. Signorini war zutiefst davon überzeugt, dass die Erinnerung an die Vergangenheit unerlässlich ist, um die Gegenwart zu verstehen. Diese Haltung lebte er – mit wissenschaftlicher Präzision, menschlicher Wärme und aufrichtiger Freundschaft zu Tirol.

Der Südtiroler Schützenbund verneigt sich in Dankbarkeit vor einem Mann, der über Jahrzehnte hinweg Brücken gebaut, Geschichte lebendig gehalten und Tirol stets mit großer Hochachtung begegnet ist. Sein Wirken wird weit über seinen Tod hinaus fortleben.

Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Weggefährten und allen, die ihm nahestanden

Ruhe in Frieden, lieber Freund Tirols.

Der Südtiroler Schützenbund wird dir ein ehrendes Andenken bewahren.

Mjr. Christoph Schmid
Landeskommandant

Im Bild (v.l.): Landeskommandant Elmar Thaler, Dr. Paolo Predella, Prof. Rodolfo Signorini und Bundesgeschäftsführer Dr. Florian von Ach.
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Schützenzeitung Nr. 5-2025
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