ST. ULRICH I. GRÖDEN – Zum ersten Mal in der Geschichte fanden sich am 14. September 2025 Schützenkompanien aus allen ladinischen Tälern zu einem gemeinsamen Treffen in St. Ulrich in Gröden ein.
Teilnehmer aus dem Gadertal, Buchenstein, dem Fassatal, Hayden und dem Grödnertal kamen zusammen, um ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Heimatverbundenheit und die Pflege der ladinischen Kultur zu setzen.
Der Tag begann mit der Frontabschreitung, gefolgt von einer feierlichen Heiligen Messe, die in ladinischer Sprache abgehalten und von einer präzise ausgeführten Ehrensalve der Schützenkompanie Sarntal begleitet wurde.
Im Anschluss eröffnete der Hauptmann der Schützenkompanie St. Ulrich, Patrick Kostner, den Festakt im Kulturhaus Luis Trenker mit den Worten:
„Gerade in der heutigen Zeit sind solche Feste wichtig, um unsere Wurzeln zu stärken und das ladinische Bewusstsein lebendig zu halten.“
Festredner Steven Vergauwen von der Flämischen Volksbewegung betonte in seiner Ansprache eindrucksvoll die Bedeutung von Identität, Tradition und Heimatliebe. Er zog dabei eine Parallele zwischen Flandern und Südtirol:
„So wie Flandern nicht Belgien ist, wird Südtirol niemals Italien sein.“
Emanuel Delmonego, Ladiner-Vertreter im Südtiroler Schützenbund und Hauptmann der Schützenkompanie Buchenstein, sprach in seiner Rede über die Verantwortung der heutigen Generation:
„Heute kämpfen wir nicht mehr mit Waffen, sondern mit Worten und Taten – für unsere Sprache, unsere Kultur und unsere Heimat. Unsere Aufgabe ist es, unsere Muttersprache weiterzugeben und die Liebe zur Heimat sowie zum Vaterland lebendig zu halten.“
Unter den Ehrengästen befanden sich auch die drei Bürgermeister von Gröden: Tobias Nocker, Christoph Senoner und Tobias Moroder.
„Es gibt nur wenige Veranstaltungen, die ganz Ladinien umfassen – deshalb ist dieses Treffen besonders wertvoll und verdient große Anerkennung“, sagte Tobias Moroder.
Auch Milva Mussner, Präsidentin der Union Generela di Ladins dla Dolomites, zeigte sich erfreut über das Zustandekommen dieser historischen Begegnung. Sie erinnerte daran, dass bereits vor mehreren Jahren erste Gespräche mit Schützenhauptmann Dietmar Insam aus Wolkenstein über ein solches Gesamttreffen geführt worden seien.
Das erste ladinische Schützentreffen in St. Ulrich war ein voller Erfolg. Die Organisatoren zeigten sich sehr zufrieden mit der großen Beteiligung und blicken mit Zuversicht in die Zukunft.
Künftig soll dieses Treffen alle drei Jahre in einem anderen ladinischen Tal stattfinden, um die kulturelle Brücke zwischen den ladinischen Gemeinschaften weiter zu stärken.






