BOZEN – Die von der Spitze des Sanitätsbetriebs und der Landesregierung stets wiederkehrend betonte Aussage, dass die Zweisprachigkeit bei Notwendigkeit immer gegeben ist, kann mittlerweile kaum noch jemand glauben. Das eigene Vormerkportal „Sanibook“ ist wohl das beste Beispiel, dass es bereits beim Grundservice für den Patienten fehlt.
Nicht nur der Südtiroler Sanitätsbetrieb leidet wie viele andere auch in Mitteleuropa an den Mangel an Ärzten und Ärztinnen sowie des Pflegepersonals. Bei uns kommt noch die Besonderheit der drei Sprachgruppen und deren „eigentliches“ Recht auf den Gebrauch Ihrer Muttersprache dazu.
Vorteile der Autonomie mehr bewusst machen
Ein Vorteil möchte man meinen, in einem Land aufzuwachsen, das drei Landessprachen spricht. Aber es mangelt an Ärzten und Pflegepersonal, welche die Patienten in der eigenen Sprache betreuen. Aktuelle Zahlen belegen, dass 324 Ärzte ohne Zweisprachigkeitsnachweis angestellt sind. Im Jahr 2021 wurde in den Stellenausschreibungen bereits von selbst angekündigt, dass der Nachweis der Zweitsprache für die Anstellung nicht unbedingt notwendig sei, mit dem Hinweis, dass dieser erst später notwendig wird, um einen unbefristeten Vertrag zu bekommen.
Politik muss mit der lokalen Situation vertraut sein
Bei dem eigenen Vormerkportal des Südtiroler Sanitätsbetriebs zeigen sich nun die Auswüchse dieser geringen Wertschätzung unserer Autonomie und deren Recht auf Muttersprache. Ein Patient scheitert bereits bei einer Terminvormerkung. Denn der Gesundheitssprengel Lana ist beim Aufruf leider nicht zu finden. Mit der lokalen Situation nicht vertrautes Fachpersonal hat hier wohl ohne große Bedenken sich Hilfe von einem Übersetzerportal geholt, und aus dem Sprengel Lana kurzerhand den Bezirk „Wolle“ daraus gemacht.









