Gedenkfeier zum 100. Todestag von Franz Innerhofer

MARLING – Am Samstag, den 24. April 2021 findet die Gedenkfeier für Franz Innerhofer, dessen Tod sich heuer zum 100. Male jährt, in Marling statt. Die Bundesleitung bittet um zahlreiche Teilnahme an dieser Gedenkveranstaltung, war Franz Innerhofer doch der erste Blutzeuge Südtirols in der aufkommenden faschistischen Unterdrückung nach dem 1. Weltkrieg. Mit unserer Teilnahme wollen wir ein starkes Zeichen für Gerechtigkeit und Freiheit an den Tag legen.

Programm:

  • 15.30 Uhr: Eintreffen der Formationen beim Oberwirt;
  • 16.00 Uhr: Einzug;
  • 16.20 Uhr: Gedenken am Kirchplatz;
  • Grußworte von Hauptmann Markus Kaserer;
  • Gedenkrede von Andreas Leiter-Reber, Landtagsabgeordneter.

In Bozen war am 24. April 1921 aus Anlass der Bozner Messe ein festlicher Trachtenumzug angesetzt, in den sich plötzlich mehrere Dutzend Faschisten – z.T. Angehörige der gefürchteten „squadra disperatissima“ – mischten, die am Vormittag von Verona angereist waren, um durch Provokationen Zusammenstöße heraufzubeschwören.

Als im Bereich des Obstmarktes plötzlich Schüsse fielen, versuchte der Marlinger Lehrer Franz Innerhofer, der mit der Musikkapelle seiner Heimatgemeinde an diesem Trachtenumzug teilnahm, einen Buben im Ansitz Stillendorf neben der Herz-Jesu-Kirche in Sicherheit zu bringen, als ihnen ein Faschist folgte und ihn erschoss. 48 teilweise schwer Verletzte und ein Toter lautete die traurige Bilanz, als die Faschisten nach vollbrachter Leistung wiederum ihre Heimfahrt antraten.

„Die Bestürzung im Lande war unbeschreiblich, die Betroffenheit groß. Der Eindruck dieser ersten schweren, von der Regierung in keiner Weise behinderten Bluttat auf unser Volk war niederschmetternd“, schreibt Eduard Reut-Nicolussi in seinem Buch „Tirol unterm Beil“.

Zwar distanzierte sich das offizielle Italien von der Bozner Bluttat und Generalzivilkommissär Luigi Credaro verurteilte sie auf das Entschiedenste, Ministerpräsident Giovanni Giolitti versprach die sofortige exemplarische Bestrafung der Schuldigen, und die italienische Presse warnte vor einer Zuspitzung der Dinge.

Es kam daraufhin zwar zur Verhaftung zweier Faschisten – eines gewissen Vittorio Moggio und eines gewissen Attilio Crupi – auf faschistischen Druck hin wurden sie aber bald wieder freigelassen.

Zwei Tage nach seiner Ermordung wurde Franz Innerhofer nach Marling überführt. In allen Dörfern zwischen Bozen und Meran erwartete ihn unter Glockenklang die ganze Bevölkerung, die Geistlichkeit an der Spitze, um ihm ein Gebet mit auf den Weg zu geben. In Marling wurde er am 28. April 1921 beigesetzt.

Zur 100. Wiederkehr des Todestages von Franz Innerhofer gedenkt die Schützenkompanie zusammen mit der Gemeindeverwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern von Marling in einer gemeinsamen Feier mit dem Südtiroler Schützenbund Franz Innerhofer und der traurigen Ereignisse von 1921.

Alle sind dazu herzlich eingeladen!

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