Südtirol bewegt sich auf dünnem Eis

BURGGRAFENAMT/PASSEIER – Wenn man sich die Ereignisse der letzten Wochen und Monate anschaut, erscheint es fragwürdig, ob die Entscheidungen der Landesregierung zur Pandemiebekämpfung für Südtirol tragbar sind.

Durch das offensichtliche Versagen dieser Landesregierung wird nach zwei Lockdowns und dem nun beschlossenen dritten, Südtirols Wirtschaft und somit viele Familien finanziell buchstäblich an die Wand gefahren.

Die Schulen sollen erneut geschlossen werden und vorwiegend in den Fernunterricht wechseln, obwohl sich nach Expertenmeinung die Brandherde nicht in den Schulen befinden. Für die Familien und Schüler ist der Wechsel in den Fernunterricht insgesamt problematisch, im Besonderen sind viele Eltern mit den ihnen damit übertragenen Belastungen überfordert.

Schaut man nach Österreich, muss man zur Erkenntnis kommen, dass wir uns im falschen Staat befinden. In Österreich zum Beispiel sind auch alle Gastronomiebetriebe geschlossen, man hört jedoch weniger Beschwerden, da Österreich den Betrieben 80% ihres Ausfalls vergütet. Hierzulande warten viele Familien und Betriebe immer noch auf die an sich schon äußerst bescheidenen Hilfeleistungen und Ausgleichszahlungen.

Anzumerken ist auch, dass in Österreich die Skigebiete unter Einhaltung der Auflagen öffnen durften und somit zumindest ein wenig finanzielle Entlastung für die in diesem Sektor arbeitenden Menschen geschaffen wurde. Hierzulande wurde die Öffnung nicht genehmigt, obwohl man bei entsprechenden Auflagen ein nicht größeres Risiko als im Norden eingegangen wäre. Zu erinnern ist auch daran, dass den Skiliftbetrieben in Südtirol die Öffnung für 18. Jänner 2021 versprochen wurde, woraufhin die Betriebe alles dafür Nötige vorbereiteten. Kurz vor dem 18. Jänner 2021 entschied die Landesregierung dann, dass die Gebiete doch nicht öffnen dürfen, und damit wurden beachtliche Geldmittel verschleudert, was durchaus hätte vermieden werden können und müssen.

Zudem erwartet uns Südtiroler eine weitere enorme Herausforderung: Wir gehören zu einem Staat, dessen Schuldenberg inzwischen dem von Griechenland nahe kommt, und wir werden, das ist sicher, diesen Schuldenberg über Generationen abbezahlen müssen!

Wie schon in einer unserer Presseaussendungen im Vorjahr geschrieben wurde, führen sie uns wie die Schafe zur Schlachtbank, auf der wir uns mittlerweile befinden. Es ist nur mehr eine Frage der Zeit, dass wir uns von den Schäden sehr lange nicht mehr erholen werden.

Der Schützenbezirk Burggrafenamt/Passeier ist jedenfalls zur Schlussfolgerung gekommen, dass die Fehler der Landesregierung und der römischen Regierung unentschuldbar und für uns nicht tragbar sind.

Daher wieder einmal die Frage: Können und wollen wir Südtiroler und im Besonderen auch die Südtiroler Wirtschaft uns diese Landesregierung und vor allem diesen Staat immer noch leisten?

Für den Schützenbezirk Burggrafenamt/ Passeier

Hannes Holzner
Bezirksmajor

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Schützenzeitung Nr. 6-2020

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