Flammenschrift in Villanders, Foto: Jasmin Hofer

BOZEN – Die Arbeitsgruppe iatz! im Südtiroler Schützenbund beschäftigt sich mit verschiedenen Szenarien, wie sich Südtirol in Zukunft entfalten kann und sich gleichzeitig vor den nachteiligen Wirren des Verwaltungsapparates Roms schützen kann. Zu den Grundrechten innerhalb eines modernen und demokratischen Gemeinwesens gehört es, dass die Menschen gut und bürgernah verwaltet werden. Und wenn die Bürger mit ihrer Verwaltung unzufrieden sind, dürfen sie diese austauschen, wenn nötig auch selbst gänzlich neu aufbauen.

Ein wiedervereintes Tirol in Österreich

Immer wieder zeigt sich, dass das Bundesland Tirol über größere Entscheidungsspielräume verfügt als das angeblich so autonome Land Südtirol. Eine Wiedervereinigung mit Österreich würde nicht nur den kulturellen und historischen Bedingungen gerecht, sondern würde Südtirol auch zurück in einen zukunftsfähigen EU-Staat bringen. Dabei könnte Südtirol ein Teil des Bundeslandes Tirol oder ein eigenes Bundesland werden – dies würden die Tiroler diesseits und jenseits des Brenners gemeinsam demokratisch entscheiden.

Südtirol als unabhängiger Staat wie die Schweiz

Südtirol könnte sich z.B. wie die Schweiz entwickeln, wo Bürger verschiedener Sprachen miteinander leben und ihre Identität selbst bestimmen, ohne dass diese von einer fernen Hauptstadt aufoktroyiert wird. Als Begegnungsraum der deutschen, italienischen und rätoromanischen Sprachen und Kulturen könnte sich ein unabhängiger Staat Südtirol – begünstigt durch seine zentrale Lage – zu einem Vorreiter eines modernen, demokratischen, bürgernahen Europa der Regionen entwickeln.

Selbstbestimmung ohne Sezession

Ein selbstbestimmtes Südtirol könnte sich auch ohne Sezession verwirklichen lassen. Dazu braucht es aber eine echte Autonomie, die sich diesen Namen auch wirklich verdient. Wirtschaft, Soziales, Schule und Gesundheit sollen in Südtirol unabhängig von Rom gestaltet werden, ohne Einmischung des Zentralstaates. Dazu braucht es auch eine unabhängige Rentenvorsorge, eine eigene Finanzhoheit, Landespolizei und eine eigene Gerichtsbarkeit.

Mehrheit aller Bürger sei unser Souverän

Welcher Weg beschritten werden soll, würden alle in Südtirol wohnhaften Wähler entscheiden, gleich welcher Herkunft und Sprache – zu ihrem eigenen Wohl und zum Wohle ihrer Heimat. Demokratie kann und darf niemals illegal sein!

Corona-Krise zeigt (wieder) die Schwächen Italiens auf

Die Corona-Krise hat die Schwächen des Stiefelstaates wieder offenbart. Aufgrund einer Situation, die fernab von Südtirol unter vollständig anderen Bedingungen entstanden ist, werden die Südtiroler mit drakonischen und überzogenen Maßnahmen konfrontiert. Gestern waren es noch die hyperkomplizierten Anti-Mafia-Bestimmungen und die sich ständig ändernde Arbeits- und Steuergesetzgebung, in Coronazeiten waren es – unter anderem – die strengsten Ausgangssperren Europas. Das Südtiroler Gesundheitswesen wäre gegen die Pandemie gewiss besser gewappnet gewesen, wenn staatliche Vorgaben uns nicht zu radikalen Einschnitten gezwungen hätten.

Die Corona-Krise kann und muss uns als Lehrbeispiel dienen. Wenn wir klug sind, lernen wir sehr viel aus dieser Erfahrung. Die nächste Krise kommt bestimmt, und dafür müssen wir vorbereitet sein. Es gilt die Zeit zu nutzen – bevor es zu spät ist. Ein solcher Vorbereitungsprozess benötigt viele Jahre, demokratische Diskussionen und zähe Verhandlungen – sehr zähe Verhandlungen. Die Väter der Südtiroler Autonomie wussten, dass eine Kuschelpolitik gegenüber Rom unsere Heimat nicht weiterbringt. Der Autonomiekonvent hat die Wünsche und Bedürfnisse der Südtiroler Bevölkerung aufgezeigt, sie sind eine klare Handlungsaufforderung an die Politik.

Nun gilt es jetzt – iatz! – die ersten Schritte für eine bessere Zukunft Südtirols einzuleiten. Der Weg zu einem selbstbestimmten Südtirol mag noch so lang sein, er ist allemal besser als das passive Hoffen auf ein irgendein römisches Einsehen.

Flammenschrift in Villanders, Foto: Jasmin Hofer

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