Gedanken zum Andreas-Hofer-Sonntag

Ab und an trifft es zu, dass der Andreas-Hofer-Sonntag auf den Faschingssonntag fällt. Seltener, dass der Todestag des Hofer auf den Unsinnigen Donnerstag fällt, wie in diesem Jahr. Da wird sich mancher Unkundiger vielleicht gefragt haben, welch interessante Kostüme diese Leute hier heute tragen.

Umgekehrt finde ich die Überlegung interessant, warum sich Leute so verkleiden, wie sie es tun.

Manche ziehen Masken an, weil sie sein wollen, wie ihre Idole: in Kindergarten und Grundschule findet man dann Spiderman, Prinzessin, Piraten oder Hexen. In der Mittelschule werden einige dann ganz cool mit irgendwelchen Farben in den Haaren.

Manche ziehen Masken an, weil sie etwas ganz Fremdes oder Exotisches darstellen wollen: da tauchen auf Faschingsbällen Vogelschwärme auf, oder Horden von Nonnen oder Mönchen (Ja, die sind mittlerweile fremd und exotisch).

Auf alle Fälle geht es wohl darum in andere Rollen zu schlüpfen.

Ein bisschen schlüpfen wir nicht nur in der Faschingszeit in andere Rollen, und in gewisser Weise können oder müssen wir das auch unterm Jahr tun.

Wir haben ja unterschiedlichste Rollen und versuchen, diese auszufüllen.

Ein Landeskommandant ist zu Hause auch nur der Vater, der manchmal nervig sein kann.

Die Mama ist unter Umständen halt auch die Bürgermeisterin.

Der Lehrer ist vielleicht auch ein Feuerwehrmann und der Pfarrer für seine Mama immer noch der Sohnemann.

Wir haben verschiedene Rollen und unsere jeweilige Persönlichkeit gibt der Rolle Farbe und die Rolle beeinflusst die Persönlichkeit in ihrer Entwicklung.

Übrigens: Das Wort Person kommt vom lateinischen per – sonare. Durch-Klingen. Durch-Tönen.

In der griechischen und römischen Antike spielten Schauspieler in den Theatern mit Masken, durch die hindurch der Schauspieler zu hören war.

Manchmal, wenn die Person hinter der Rolle, hinter der Maske durchkommt, ist das für uns Grund uns aufzuregen.

Manchmal wenn die Person hinter der Rolle, hinter der Maske durchkommt, macht uns das diese Person sympathisch.

Umgekehrt haben wir manchmal Angst eine Rolle anzunehmen, damit es uns nicht so ergeht, wie dem Propheten Jeremia, dem man ob seines göttlichen Dienstes den Tod wünschte.

Oftmals diskreditieren wir die Rolle, wegen der Person, die dahinter steckt, so wie es seine Mitmenschen mit Jesus taten.

Viele Parteien und Vereinigungen und Vereine, auch Schützenkompanien, tun sich schwer, Leute zu finden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Vielleicht aus denselben Gründen?

Vielleicht weil man Angst hat als Bote der Wahrheit gelyncht zu werden?

Vielleicht weil man Angst hat vor dem Gegenwind, der einem da entgegen bläst?

Aber es ist letztlich nicht wichtig, welche Rolle wir haben.

Es ist nicht die Maske wichtig, die wir manchmal aufsetzten müssen.

Reden und handeln wir selbst in der Rolle, die wir haben, oder redet und handelt eine Rolle, die wir spielen?

Wollen wir Tiroler spielen,

oder wollen wir Tiroler sein?

Wollen wir Christen spielen,

oder wollen wir Christen sein?

Wichtig ist die Person.

Wichtig ist, dass wir in allen unseren Rollen uns selbst und unserem Wesen treu bleiben.

Wichtig ist, dass wir – wie Andreas Hofer – bereit sind mit all unseren Schwächen und Fehlern, mit all dem, was uns menschlich macht, mit all dem was uns unseren Vorbildern näher bringt und vielleicht auch, indem wir das unmögliche versuchen…

Wichtig ist, dass wir – wie Andreas Hofer – als Christen und Tiroler leben, dass wir Christen und Tiroler sind.

Pater Christoph Waldner OT
Landeskurat

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Andreas-Hofer-Landesfeier beim Sandwirt
DNA – Die Wahrheit als Provokation

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