ST. PAULS – Am Sonntag, den 8. Dezember 2019, wurde in St. Pauls traditionsgemäß der verstorbenen und lebenden Tiroler Freiheitskämpfer der 1950er und 1960er Jahre gedacht. An die 2.000 Marketenderinnen, Schützen und Tiroler Landsleute waren der gemeinsamen Einladung des Südtiroler Heimatbundes und des Südtiroler Schützenbundes gefolgt. Die Teilnehmer drückten bei dieser Gedenkfeier ihren Respekt, ihre Achtung und ihren Dank an jene Männer und Frauen aus, die für die Freiheit der Heimat einen Teil ihres Lebens opferten.
Die Gedenkansprache hielt Schütze Meinrad Berger aus Andrian, der selbst in den 60er Jahren Flugzettel verteilte, bei denen er auf die menschenrechtswidrige Behandlung der Inhaftierten hinwies. Dafür wurde er zu einer dreimonatigen Haftstrafe verurteilt. Meinrad Berger war einer der jüngsten politischen Häftlinge Südtirols.
Die Feier begann um 9.45 Uhr mit der Meldung der angetretenen Formationen und der anschließenden Frontabschreitung durch den Bürgermeister von Eppan, Wilfried Trettl, den Landeskommandanten des Südtiroler Schützenbundes, Mjr. Jürgen Wirth Anderlan, den Obmann des Südtiroler Heimatbundes, Roland Lang und den Gedenkredner Meinrad Berger. Die Bürgerkapelle St. Michael begleitete anschließend die Marketenderinnen und Schützen durch die Gassen von St. Pauls zum Kirchgang in die Pfarrkirche. Dort zelebrierte Pater Reinald Romaner mit Konzelebrant Pater Christoph Waldner OT die Heilige Messe.
Nach dem Kirchgang marschierten die Teilnehmer zum Friedhof, wo Roland Lang die Anwesenden begrüßte. Anschließend ergriff Gedenkredner Meinrad Berger das Wort. „Ohne die Taten des BAS hätte es keine Neunzehner-Kommission gegeben. Das konnte man erst kürzlich wieder in einem ORF-Bericht aus dem Munde von Silvius Magnago hören.“, betonte Meinrad Berger und weiter: „das entbindet uns aber nicht der Verpflichtung, die großen Gefahren einer zunehmenden politischen Gleichgültigkeit gegenüber den Machenschaften italienischer Kreise und einer moralischen Verfettung wahrzunehmen.“. Berger rief die Südtiroler-Politik dazu auf, aus der Lethargie, aus der Unbeweglichkeit heraus zu kommen, in der sie steckt, und beendete die Gedenkrede mit: „Wer sich im Irrglauben aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren!“.








