Vinschger und Burggräfler Schützenjugend auf historischen Spuren

MORTER – Anfang Oktober trafen sich die Jungschützen aus den Bezirken Burggrafenamt/Passeier und dem Vinschgau wieder zum alljährlichen gemeinsamen Herbstausflug. Diesmal ging es nach Morter am Eingang des Martelltales zur Besichtigung der bekannten Kapelle St. Stephan beim Schloss Obermontani.

Am frühen Samstagvormittag trafen sich rund 60 Jungschützen, Jungmarketenderinnen und ihre jeweiligen Betreuer am Parkplatz beim Sportplatz Morter. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Vinschger Bezirksjungschützenbetreuerin Esther Tappeiner begann auch schon gleich die Wanderung.

Unter der fachkundigen Führung von Siegfried Tappeiner ging es über den Rautwaal Richtung Burgruine Obermontani. Unterwegs konnte ein Zugang zum Druckstollen besichtigt werden, welcher von Laas her kommend das Wasser zum Kraftwerk in Kastelbell befördert. Ebenso führte der Weg an jener Kapelle vorbei, welche an die verunglückten Arbeiter erinnert, die beim Bau der Wasserkraftwerke und Druckstollen ihr Leben verloren haben.

Nach einer rund einstündigen Wanderung kam endlich die Burgruine Obermontani in Sicht. Diese beherbergte einst eine bedeutende Bibliothek, von der heute noch eine Abschrift der Nibelungensage aus der Zeit um 1300 erhalten ist, die von Beda Weber entdeckt wurde und heute in der Staatsbibliothek in Berlin aufbewahrt wird. Eine Besichtigung der Ruine war leider nicht möglich.

Auf demselben Felsrücken wie die Burg befindet sich auch die kleine Kapelle St. Stephan. Die Kapelle stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist innen reich mit Fresken verziert, weshalb sie manchmal auch als Sixtinische Kapelle Südtirols bezeichnet wird. Die Jungmarketenderinnen und Jungschützen sowie die Betreuer erhielten eine fachkundige Führung durch die Kapelle durch die Restauratorin Verena Mumelter, die einst selbst an der Restaurierung der Kapelle beteiligt war. Die Kinder konnten unter ihrer Anleitung am Ende der Führung selbst ein kleines Fresko malen. Bemerkenswert sind auch die zahlreichen Graffitis, welche die Besucher im Zeitraum vom 15. bis zum 20 Jahrhundert angebracht haben.

Danach ging es wieder zurück zum Sportplatz Morter, wo die Ausflügler durch die Schützenkompanie Morter mit verköstigt wurden. Während die Erwachsenen bei herrlichem Sonnenschein noch ein wenig zusammensaßen, konnten die Kinder miteinander spielen.

Mit neuen Freundschaften und vielen interessanten Eindrücken vom diesjährigen Herbstausflug machten wir uns am späteren Nachmittag dann auf den Nachhauseweg.

Ein großes Vergelt’s Gott gebührt der Bezirksjugendbetreuerin Esther Tappeiner für die gute Organisation und der Schützenkompanie Morter für die Verpflegung der Teilnehmer.

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Pustertaler Haupt- und Obleutetreffen
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