Interview mit Extremsportler Felix Baumgartner

MERAN – Felix Baumgartner wurde weltweit bekannt durch seinen Stratosphärensprung am 14. Oktober 2012. Dabei stieg er in einem Heliumballon in einer Druckkapsel in die Stratosphäre auf (knapp 40.000 Meter Höhe) und sprang anschließend mit Schutzanzug und Fallschirm ab. Bei diesem Sprung („Red Bull Stratos“) stellte Felix Baumgartner neun Weltrekorde auf (bis dahin höchster Absprung eines Fallschirmsprungs, erster Mensch der im freien Fall mit 1.357,60 km/h die Schallgeschwindigkeit überschritt usw.).

Im Anschluss an die Andreas-Hofer-Landesfeier am 18. Februar 2018 hat Evelyn Grossteiner (11 Jahre), Jungmarketenderin der Schützenkompanie Meran, Eigeninitiative ergriffen und Felix Baumgartner um ein Interview für die Schülerzeitung gebeten. Evelyn war so nett und hat es auch uns zur Verfügung gestellt. Man sieht, wie gewieft unsere jüngsten Mitglieder bereits sind.

Evelyn: Herr Baumgartner, was war ihr Lieblingsfach in der Mittelschule und warum?

Felix Baumgartner: Auf alle Fälle Turnen! Sport hat mich immer schon interessiert. Mathematik war eher schwierig, Deutsch hat mir auch gefallen. Aber mein absolutes Lieblingsfach war, wie gesagt, Sport.

Evelyn: Haben Sie Streiche gespielt? Und wenn ja, welcher war Ihr frechster Streich?

Felix Baumgartner (denkt länger nach): Ich war eher ein braver Schüler und habe nur wenige Streiche gespielt. Aber was mein Bruder und ich sehr gerne gemacht haben war damals mit Schweizer Krachern Postkästen in die Luft sprengen. Das war in der damaligen Zeit noch ein Streich – heutzutage würde so etwas nicht mehr gehen, aber das waren andere Zeiten. Es ist ja schon über 40 Jahre her! Heute würde ich so etwas natürlich nicht mehr machen und auch Kindern nicht mehr erlauben.

Evelyn: Gibt es überhaupt etwas, wovor Sie Angst haben?

Felix Baumgartner: Große Frauen. Die haben mir immer schon Angst gemacht. (lacht)

Evelyn: Warum haben Sie sich für diesen gefährlichen Sport entschieden?

Felix Baumgartner: Ich habe mich nicht von Anfang an für einen gefährlichen Sport entschieden. Im Alter von 16 Jahren habe ich beschlossen Fallschirm zu springen, das war ein Kindheitstraum von mir. Und Fallschirm springen an sich ist ja nicht gefährlich, wenn man es mit dem nötigen Respekt macht. Es kann nicht viel passieren, da man zwei Fallschirme hat und eine sehr gute Ausbildung. Mit 16 habe ich gemerkt, dass mir dieser interessante Sport liegt und versucht mich über die Jahre hinweg langsam zu steigern – immer mit der nötigen guten Vorbereitung. Dieses Versprechen habe ich meiner Mutter gegeben und deswegen bin ich bis heute, Gott sei Dank, unverletzt geblieben.

Evelyn: Wie kam Ihnen die Idee zu einem Stratosphärensprung?

Felix Baumgartner: Diese Idee hatte ich schon sehr lange. Als ich als Jugendlicher mit dem Fallschirmspringen begonnen habe gab es ein großes Vorbild für mich: Joe Kittinger. Er hat in den 60er-Jahren den höchsten Absprung der Welt gemacht, damals aus 30 Kilometern Höhe. Zu ihm haben wir alle immer aufgesehen. Bereits als junger Fallschirmspringer habe ich mir gedacht wie großartig es wäre seinen Rekord eines Tages zu brechen.

Damals hatte ich aber keine Möglichkeit dazu. Zum einen war ich noch nicht so gut im Fallschirmspringen, zum anderen war das nötige Geld nicht vorhanden. Im Lauf der nächsten 30 Jahre im Extremsport konnte ich aber ständig dazu lernen und irgendwann war dann der Punkt da wo ich mir gesagt habe „so, jetzt probiere ich es!“. Ich hatte das Glück mich mit den richtigen Leuten für dieses Projekt zu treffen, wir haben uns gemeinsam 5 Jahre lang vorbereitet und dann ist mir dieser Sprung gelungen.

Evelyn: Was war für Sie die größte Herausforderung bei der Vorbereitung?

Felix Baumgartner: Die größte Herausforderung bei der Vorbereitung für mich waren die vielen unterschiedlichen Menschen. Im Team waren über 50 Personen: Ärzte, Wissenschaftler, Kampfpiloten vom Militär,… Alles unterschiedliche Charaktere, unterschiedliche Kulturen. Hier arbeiteten Deutsche, Amerikaner, Österreicher und andere zusammen. Die große Schwierigkeit war es alle Anliegen und Interessen unter einen Hut zu bringen.

Evelyn: Was war Ihr erster Gedanke nachdem Sie auf der Erde gelandet waren?

Felix Baumgartner (lächelt): Ich war froh dass es vorbei war und ich nun endlich das Versprechen, das ich meiner Mutter gegeben hatte, einlösen kann: nämlich, dass ich aufhöre.

Evelyn: Was sind Ihre nächsten Pläne?

Felix Baumgartner: Bereits seit über 10 Jahren fliege ich als Berufspilot mit dem Helikopter und habe viele Flugstunden absolviert. Im letzten Monat habe ich eine zusätzliche Ausbildung in Amerika gemacht und kann nun mit dem Helikopter Akrobatikfliegen. Das bedeutet ich kann mit dem Helikopter Loopings fliegen, Saltos machen und andere Kunststücke. In Zukunft fliege ich Airshows in Amerika!

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