Österreichische Staatsbürgerschaft: Einseitige Grüne

BOZEN – Der Südtiroler Schützenbund begrüßt grundsätzlich, dass sich Grüne aus allen Landesteilen Tirols mit der Thematik des erleichterten Zugangs zur Österreichischen Staatsbürgerschaft für Südtiroler auseinandersetzen. Die Schlüsse, die die Grünen allerdings daraus ziehen, sind für den Landeskommandanten des Südtiroler Schützenbundes Elmar Thaler nicht nachzuvollziehen.

Es ist grundsätzlich positiv, wenn sich die außenpolitische Sprecherin und der Fraktionssprecher der Grünen im Südtirol-Unterausschuss Tanja Windbüchler und Georg Willi vor Ort informieren, bevor sie eine Entscheidung treffen. Allerdings sollten sie dies dann nicht nur bei jenen Menschen tun, die dem Vorhaben sowieso skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen“, so der Schützenbund in einer Reaktion auf die gestrige Aussendung der Grünen. Da sei es dann bezeichnend, wenn man sich als Demokrat am Ende gegen eine Selbstbestimmung stellt und die von oben herab bestimmte Weiterführung einer wackeligen Autonomie verordnet.

Grundsätzlich enthält der Lösungsansatz der Grünen einem Teil der Bevölkerung die Möglichkeit der Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft vor – angeblich dem Frieden zuliebe. Was die Grünen allerdings dabei nicht ansprechen, ist, dass die österreichische Staatsbürgerschaft den Südtirolern im Rahmen der EU keine wesentlichen neuen Rechte bringen würde und deshalb ein Neidfaktor wohl ruhigen Gewissens ausgeschlossen werden kann. “Es wäre vielmehr eine Möglichkeit, die Verbundenheit zu Österreich zum Ausdruck zu bringen – für all jene, die die wollen“.

Von einer Spaltung zwischen echten Südtirolern und anderen kann also wohl keine Rede sein, vor allem in Anbetracht dessen, dass bereits heute in Südtirol sehr viele Menschen zwei Staatsbürgerschaften besitzen, ist man im Schützenbund überzeugt. „Durch die Zuwanderung aus aller Herren Länder wird sich dieser Trend verstärken“, so Elmar Thaler „Und am Ende werden dann in drei Generationen die Menschen in Südtirol alle möglichen Varianten der doppelten Staatsbürgerschaft haben – nur nicht die österreichische, denn diese sind wir gerade dabei, selbst zu vergeigen.“


Und das dürfte sich in Zukunft auch auf die Sicherung der Autonomie auswirken. „Wir sind so lange eine Minderheit und haben nur so lange ein Anrecht auf Schutz, als dass wir uns auch dazu bekennen. Sobald wir allerdings die Bindung an das Vaterland verloren haben, setzen wir auch  das Recht auf unsere Autonomie aufs Spiel. Die Möglichkeit, einen österreichischen Pass zu erhalten, wäre hier ein wertvolles Instrument gewesen“, so der Schützenbund. Thaler ist sich sicher: „Die Grünen denken hier leider zu kurzfristig. Wer als Ersatz die Stärkung der Region und den Abbau der Nationalstaaten ankündigt, hat wohl wenig Ahnung, was in Brüssel wirklich läuft.“

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Geistesfreiheit? Ausdrucksfreiheit? Wohl nicht für jeden und anscheinend nicht in der Schule!
Schützenzeitung Nr. 3-2015

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