Beeindruckende Gedenkfeier 1915-2015 in Innsbruck

INNSBRUCK –  Bei kühlem und regnerischem Wetter begann am 23.Mai, dem Tag, an dem vor 100 Jahren Italien den Krieg an Österreich- Ungarn erklärte, vor dem Tiroler Landestheater in Innsbruck die Gedenkfeier zur Erinnerung an den Kriegsbeginn an der Südfront.

Vertreter der Schützen aus Nord-, Süd- und Welschtirol sowie anderer Tiroler Traditionsverbände trugen zu Beginn der Feier ein Gedenkkreuz mit der Aufschrift „Den Gefallenen des Ersten Weltkrieges“ und stellten es vor dem Altar auf. Es ist jenen 70 Gedenkkreuzen nachgebildet, welche am 8. August zu Ehren der Standschützen an der ehemaligen Front aufgestellt werden.

Das von den Diözesanbischöfen Dr. Manfred Scheuer und Dr. Ivo Muser zelebrierte Pontifikalamt, bei dem die Generalvikare Dompropst Kanonikus Josef Matzneller und Prälat Michele Tomasi, assistierten, wurde von der Original Tiroler Kaiserjägermusik und Chören des Tiroler Sängerbundes musikalisch begleitet.

Bischof Muser erinnerte in seiner vielbeachteten Predigt an das Motto der Gedenkfeier „Brücken für den Frieden – Der Erste Weltkrieg in Tirol vor 100 Jahren – Das Vergessen nährt die Unbekümmertheit „. Er hob das Wort „Friede“ hervor, der auch für uns Tiroler  da ist, denen das Land nördlich und südlich des Brenners als Heimat geschenkt wurde. Deshalb, so Bischof Muser, muss uns auch der Flächenbrand, der vor 100 Jahren begonnen hatte, sehr nachdenklich machen.“

Bei der von Traditionsverbänden und Jugendlichen geprägten Feier sagte der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter:  „Dieses heutige Landesgedenken erinnert uns daran, dass Tirol mit dem Kriegseintritt Italiens vor 100 Jahren selbst Kriegsschauplatz wurde. Es steht im Andenken an die Gefallenen und damit auch im Dienst von Aufarbeitung, Versöhnung und Zukunftsgestaltung“. Platter erinnerte zudem an die „brutale Zerreißung Tirols“ und lobte das Projekt „An der Front“ der Tiroler Schützen. Die Ehrenkompanien stellten die Schützenkompanien von Sillian, Kaltern und Judikarien.

Jugend und Musik bestimmten das Nachmittagsprogramm: Unter dem Motto „Was damals war, wie wir es heute sehen und was wir für morgen tun müssen“ präsentierten Jugendlichen ihre Gedanken zu den Themen Krieg und Frieden. Ein Gespräch mit den drei Landeshauptleuten Günther Platter, Arno Kompatscher und Ugo Rossi sowie Konzerte mit dem Landesjugendblasorchester und Musikern aus Tirol, Südtirol und Welschtirol, aber auch die Uraufführung einer Komposition von Landeskapellmeister Hermann Pallhuber durch das Sinfonische Blasorchester des Musikgymnasiums Innsbruck bildeten den Abschluss.

Bildergalerie (450 Fotos)

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Von der Notwendigkeit und der gleichzeitigen Unmöglichkeit, Kriege zu erklären
Bachprozession und Gedenken an die Standschützen

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