Doppelte Staatsbürgerschaft: Mehr Schaden als Nutzen?

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BOZEN – Der Südtiroler Schützenbund zeigt sich verwundert über die jüngsten Aussagen von Landeshauptmann Kompatscher zur doppelten Staatsbürgerschaft. „Die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Landeshauptmann Kompatscher anspricht, sind schon seit Langem durch das Gutachten von Prof. Walter Obwexer erschöpfend geklärt worden“, so Landeskommandant Thaler. „Die jüngste Umfrage des Heimatbundes zeigt zudem eine hohe Akzeptanz in der österreichischen Bevölkerung zu diesem Vorhaben.

Selbst Kompatscher erkennt dies an, wenn er die „persönlichen Empfindungen“ dazu anspricht. Denn alles, was außerparlamentarisch gemacht werden konnte, wurde getan. Und wie die Ergebnisse in Südtirol und Österreich zeigen, waren diese Aktivitäten auch ein voller Erfolg“.

Was fehle, sei offensichtlich der politische Wille einiger Akteure im Vaterland Österreich. Derselbe politische Wille fehle anscheinend leider auch bei den politischen Verantwortungsträgern in Südtirol, denn wenn jetzt noch etwas unklar sein sollte, dann müsse Kompatscher und sein Team dringendst handeln“, so Thaler.


„Es wäre doch die Aufgabe unserer Politiker, in Gesprächen und Treffen bei den politisch Verantwortlichen in Österreich Überzeugungsarbeit zu leisten“
, so Thaler weiter.

Aussagen wie die von Landeshauptmann Kompatscher, das berechtigte Anliegen einer doppelten Staatsbürgerschaft würde „mehr Schaden als Nutzen“ bringen, sind in diesem Zusammenhang bestenfalls verzichtbar und völlig unverständlich und dürften in diesen harten Zeiten wohl eher für die Landesregierung gelten.“

Überhaupt stelle sich die Frage, ob die Prioritätensetzung der Landesregierung in Fragen der Südtirolpolitik die richtige sei: „Ein Finanzabkommen, dessen Haltbarkeit und völkerrechtliche Verankerung dahingestellt sei, wird als „Meilenstein“ bejubelt. Aber ein Vorhaben wie die doppelte Staatsbürgerschaft, das tatsächlich ein Meilenstein wäre und nicht nur die Bindung der Südtiroler zum Vaterland Österreich entscheidend verstärken würde, sondern auch ein wichtiger Anknüpfungspunkt für eine weitere Internationalisierung der Südtirolfrage wäre, soll wohl in der Schublade verstauben, weil unsere Politiker offensichtlich nicht die richtigen Worte (oder den Willen?) finden, dieses Vorhaben überzeugend in Wien zu vertreten“, zeigt sich Thaler enttäuscht.

„Der Südtiroler Schützenbund wird jedenfalls weiterhin, im Rahmen seiner Möglichkeiten, dieses Vorhaben voll unterstützen. Um es mit Georges Clemenceau zu sagen: dieses Anliegen ist zu wichtig, um es den Politikern zu überlassen“, so Thaler abschließend.

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