Südtirol zahlt für „weniger wohlhabende Kollegen im Süden“

LONDON/BOZEN – Kürzlich ist in der Onlineausgabe des „The Telegraph“ ein interessanter Beitrag über die wohlhabendsten Regionen Europas veröffentlicht worden. Die Informationen dazu lieferte die Deutsche Bank. Die Druckausgabe der britischen Zeitung hat eine Auflage von 783.210 Exemplaren.

Es ist bekannt, dass England Angst vor einer Abspaltung Schottlands hat. Und dies nicht erst seit dem vergangenen Jahr, als ein Referendum zur Loslösung knapp gescheitert war. Das englische Nachrichtenportal hat eine Auflistung jener europäischen, nach Unabhängigkeit und Freiheit strebenden Regionen erstellt, welche ohne ihren derzeitigen Nationalstaat besser dran wären.

Dazu zählen Schottland, Flandern, Baskenland, Katalonien und auch Südtirol. Laut Deutsche Bank wären viele der wohlhabendsten Regionen in Europa finanziell besser dran, wenn sie alleine wären und die Nationalstaaten verlassen würden, denen sie derzeit angehören. Für die jeweiligen Nationalstaaten seien vor allem diese reichen Landesteile notwendig, um ihre „weniger wohlhabenden Kollegen“ finanziell zu stützen. Auf Südtirol bezogen heißt das, dass Italien Südtirol braucht, um jene Regionen im Süden zu unterstützen, welche wirtschaftlich am Boden liegen.

Weiter berichtet die Deutscher Bank, dass in Europa der Wille nach Sezession durch die unverbindlichen Umfragen in Katalonien und dem Veneto noch größer geworden ist. Die bisher genannten Regionen – mit Ausnahme von einer – weisen pro Kopf mehr Einkommen auf, als der jeweilige Durchschnitt im restlichen Staat. Und alle Regionen gehören zu den wohlhabendsten Ländern in den jeweiligen Staaten, so Barbara Boettcher, Wirtschaftswissenschaftlerin bei der Deutschen Bank.

Alle Regionen, welche die Unabhängigkeit anstreben, haben ein eigenes kulturelles Erbe, eine gemeinsame Identität, welche den Drang nach Abspaltung vom jeweiligen Staat antreiben. Auch zählt die Deutsche Bank die Risiken auf, welche Abspaltungstendenzen hervorrufen. So meint sie: „Die Abspaltung von einer existierenden Struktur eines Staates birgt enorme wirtschaftliche Risiken“.

Trotzdem haben sich die Risiken eigenständig zu werden – durch die Bildung eines einzigen europäischen Marktes – in den letzten Jahren für kleinere Staaten immer mehr verringert.

Hier der Link zum Bericht:  http://www.telegraph.co.uk/finance/economics/11401125/The-European-regions-that-could-be-better-of-going-it-alone.html

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