Pusterer Schützen gegen Kranzniederlegung am Innichner Beinhaus

INNICHEN – Am 2. Februar 2015 beginnt im Hochpustertal die Skimeisterschaft der Alpini (CaSTA). In den vergangenen Jahren fand im Rahmen dieser Veranstaltung immer eine Kranzniederlegung am Beinhaus statt, an der sich auch der Innichner Bürgermeister Werner Tschurtschenthaler beteiligte.

In einem offenen Schreiben weist der Pustertaler Schützenbezirk auf die faschistische Geschichte dieses Bauwerks hin und ersucht Bürgermeister Tschurtschenthaler nicht mehr an solch provokanten Aktionen der Alpini teilzunehmen.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Werner Tschurtschenthaler!

Wie wir erfahren haben, findet vom 2. bis 6. Februar 2015 im Hochpustertal wieder die Skimeister-schaft der Alpini, genannt „Casta“, statt. Sollte im Rahmen dieser Veranstaltung wiederum eine Kranzniederlegung beim Beinhaus von Innichen stattfinden, ersuchen wir sie höflichst, sich nicht an dieser Würdigung eines faschistischen Bauwerkes zu beteiligen und diese zu verurteilen.

Mit dieser Kranzniederlegung werden tote Menschen als Grenzsteine missbraucht. Die Glorifizierung des faschistischen Geistes soll und darf in der heutigen Zeit keinen Platz mehr haben und muss aufs Schärfste verurteilt werden.

Wir erlauben uns, kurz die Geschichte der faschistischen Beinhäuser in Süd-Tirol in Erinnerung zu rufen:

Faschistische Machthaber haben die Gebeine von Soldaten, die in verschiedenen Teilen Italiens gefallen oder in Kriegsgefangenschaft verstorben sind, im Zuge ihrer „nationalistischen Glorifizierung” exhumiert und in den Beinhäusern beigesetzt. Diese im Jahre 1939 – also 21 Jahre nach Ende des I. Weltkrieges – errichtete Grabstätten, sollen bis heute eine völlig verdrehte Geschichte glaubhaft machen: dass die in diesen Beinhäusern beigesetzten Soldaten im I. Weltkrieg für die “Befreiung Südtirols” gefallen wären.

In Wirklichkeit haben die italienischen Truppen bei ihrem Angriffskrieg 1915–1918 gegen Österreich-Ungarn im südlichen Tirol nie nennenswerte Gebietsgewinne gemacht und Tiroler Boden de facto kaum betreten. Hier, abseits der Kriegsschauplätze, haben faschistische Machthaber sogar Gefallene der österreichisch-ungarischen Streitkräfte in den Ossarien eingebaut, ihnen ihre deutschen Namen genommen und sie so zu „soldati italiani” gemacht.

Mit der Bitte um Ihre geschätzte Antwort verbleiben mit Tiroler Grüßen

Mjr. Haymo Laner
Bezirksmajor Schützenbezirk Pustertal

Verena Obwegs
Kultur- und Bildungsreferentin Schützenbezirk Pustertal

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