Gedenktag „Die Vierzig von Gries“ in Lavis

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LAVIS – Am Samstag, den 4. Oktober 2014 fand der Gedenktag zu Ehren der Gefallenen der Schlacht bei Lavis im Etschtal durch die Schützenkompanien Lavis und „Mjr. Josef Eisenstecken“ Gries statt.

In den Jahren 1796/1797 waren die Grieser Schützen bei den Kämpfen in Lavis mit dabei und die Franzosen konnten damals ein Jahr lang aufgehalten werden. Am 2. Oktober 1797, anlässlich der letzten „Schlacht bei Lavis“ fanden 40 Grieser Schützen den Heldentod. Seit nunmehr über 200 Jahren wird zu Ehren der Grieser Gefallenen und für die Vermissten und Verstorbenen der Schlacht bei Lavis ein Rosenkranz gebetet.

Der Welschtiroler Landeskommandant Mjr. Paolo Dalprà und der Bürgermeister von Lavis, Graziano Pellegrini, begrüßten die Ehrengäste, die Musikkapelle von Lavis und Schützenabordnungen aus ganz Tirol.

Im heurigen Jahr stand die Feier ganz im Zeichen der Tiroler Landeseinheit, denn die Ehrenformation bestand aus Schützen der Kompanien Wilten (Nord-Tirol), Gries (Süd-Tirol) und Lavis (Welsch-Tirol).

Die Vierzig von Gries.

Trient ist gefallen – nun geht’s um Lavis!

Dort halten die Brücke die Vierzig von Gries.

Von Pulver umqualmt und von Kugeln umtanzt,

Dort halten die Vierzig, im Zollhaus verschanzt,

Die trutzigen Schützen mit wehender Fahn’,

Und ihnen zur Seite der Feldkaplan.

Und schäumt auch der Marschall von Frankreich wie toll,

Sie halten die Brücke und fordern den Zoll.

Er wettert und zettert, er lockt mit Pardon,

Die Antwort ist Lachen und blutiger Hohn.

Und knallen die vierzig Tiroler Gewehr’,

So fallen auch Vierzig vom fränkischen Heer.

„Was wollt Ihr Euch wehren – von Tausend berannt?“ –

„„Eh’ sterben in Ehren, als Leben in Schand’!““

„Ha, wollt Ihr beharren und gebt Ihr nicht nach,

So flieg’ Euch, ihr Narren, der Pechkranz auf’s Dach!“

Bald knisterts und prasselts, bald lodert das Haus,

Doch kommt von den Vierzig nicht Einer heraus.

Sie nehmen noch unter der glimmenden Fahn’

Die heilige Zehrung von ihrem Kaplan,

Dann dröhnen noch einmal die vierzig Gewehr’

Und still wird’s im Hause und still wird’s umher.

Der Marschall von Frankreich sieht starr in die Glut

Und senkt seinen Degen und zieht seinen Hut.

Und als in den Schutthauf der Abendwind blies,

Zerstob auch die Asche der Vierzig von Gries.

Albrecht Graf Wickenburg, geb. 1839 in Graz, gest. 1911 in Wien

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