Faschistische Relikte – mehr Ehrlichkeit ist gefordert!

BOZEN – Mit großer Verwunderung nimmt der Südtiroler Schützenbund die jüngsten Aussagen von Landeshauptmann Kompatscher zu den faschistischen Relikten zur Kenntnis. „Nach einem vielversprechenden Start des Landeshauptmannes ist nun leider sehr schnell die Luft draußen“, so Landeskommandant Elmar Thaler. „Die Entscheidung, die faschistischen Relikte weiterhin an ihrem Platz zu belassen und höchstens mit einem bescheidenen Erklärungstäfelchen zu versehen, kann wohl kaum als „stärkere“ Lösung bezeichnet werden – höchstens als bequemere“.

Und in den gleichen Kontext stellt der Südtiroler Schützenbund auch die altbekannte Aussage, dass man aus Mussolinidenkmal und Siegesdenkmal ein Mahnmal machen will. Wen man genau damit mahnen will – diese Antwort ist Kompatscher den Südtirolern bisher schuldig geblieben. Die deutsche Volksgruppe müsste man jedenfalls – wenn man der für den SSB unakzeptablen Forderung des Landeshauptmanns folgen würde – vermutlich mit anderen Protagonisten mahnen. Und die italienische Volksgruppe wird man so, nachdem sich ihre Volksvertreter bisher mehrheitlich gegen eine Veränderung an diesen zwei Orten ausgesprochen haben, wohl eher demütigen, als sie zur Aufarbeitung der Geschichte ermuntern.

Schon allein der Umstand, dass am Mussolinidenkmal immer nur dann eine Veränderung angekündigt wird, wenn der Schützenbund es zum Thema macht, spricht Bände davon, wie widerwillig sich die Verantwortlichen an das Thema heranmachen.

Dass im übrigen Erklärungstafeln dem allgemeinen Betrachter nichts bringen, haben die fast schon lächerlichen Installationen am Siegesdenkmal und an den Beinhäusern gezeigt“, so Thaler.

„Öffentliche Gebäude sind nun mal nicht dafür geeignet, Geschichte und problematische Denkmäler in einen Kontext zu stellen und zu erklären. Niemand wird sich am Gerichtsplatz wegen ein paar Täfelchen Gedanken machen. Faschistischen Relikte gehören an einen Ort, wo grundsätzlich sämtliche Objekte einer hoffentlich für immer vergangenen Zeit hingehören – in ein Museum“, so der Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes.

Interview mit LH Arno Kompatscher (Dolomiten, 29.05.2014)

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