RAI Südtirol und die „historische Ignoranz“

BOZEN – Seit einigen Monaten scheint es aufwärts zu gehen mit RAI Südtirol. Die Geldquellen sprudeln, allein das Radioprogramm wird nun aufgrund eines Abkommens vom Mai 2013 zwischen Land, Ministerratspräsidium und Rai von 6 Uhr bis 22 Uhr ohne die bis dahin üblichen Unterbrechungen durchgehend in deutscher und ladinischer Sprache gesendet. Auch sonst wird allerlei umgebaut, und man versucht aus dem lange belächelten deutschen Ableger der Rai einen halbwegs vernünftigen Sender zu zimmern.

Doch es scheint beim Schein zu bleiben. So meldete die Tagesschau vom 27. März 2014 über die Initiativen der Länder Trentino, Südtirol und Bundesland Tirol und den geplanten Zug der Erinnerung nach Galizien, dass „Jugendliche der ehemals verfeindeten Parteien im Herbst nach Galizien fahren, um gemeinsam die Geschichte des Ersten Weltkrieges zu erkunden“.

Nun ist wohl nicht nur der Südtiroler Schützenbund der Ansicht, dass man, sofern es sich bei den Jugendlichen um Teilnehmer aus der Europaregion Tirol handelt, wohl kaum von „Jugendlichen der ehemals verfeindeten Parteien“ sprechen kann. Deshalb wurde gleich beim Koordinator der Rai Südtirol, Markus Perwanger und beim zuständigen Chefredakteur Wolfgang Mayr interveniert. Vielleicht, so unsere Bitte, sollte man den korrekten Sachverhalt den Zusehern noch nachträglich mitteilen.

Während Markus Perwanger umgehend erklärte, dafür nicht zuständig zu sein, aber gleichzeitig klar und deutlich betonte: „In diesem Zusammenhang von ‚ehemals verfeindeten Parteien‘ zu sprechen, ist nicht korrekt und zeugt − sofern bewusst formuliert − von historischer Ignoranz“, herrscht in der Chefredaktion bis heute Totenstille. Und es scheint nun endgültig so, als bliebe alles beim Alten.

Elmar Thaler
Landeskommandant

Brief an RAI Südtirol

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