Fritz Molden in Wien beigesetzt – SSB gibt dem Verleger und Südtirolfreund letzte Ehre

WIEN/BOZEN – Am 20. Jänner 2014 fand auf dem Wiener Zentralfriedhof die Trauerfeier für Fritz Molden statt. Er wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien beigesetzt. Mit dabei waren auch Alpacher Schützen sowie eine Delegation des Schützenbataillons Passeier, angeführt von Bataillonskommandant Christoph Casagrande und in Begleitung von LKdt.-Stv. Heinrich Seyr, Bundesexerzierreferent Florian Krezdorn, Landesrätin Martha Stocker und der Landtagsabgeordneten Eva Klotz. Sie verneigten sich in Hochachtung vor dem Lebenswerk des Verlegers und Zeitungsherausgebers Fritz Molden, dem die Südtirol-Frage Zeit seines Lebens ein Herzensanliegen war.

In den 1960er Jahren maßgebliches Mitglied des Befreiungsausschusses Südtirol (BAS), hatte sich Molden bereits in der Zeit von Nationalsozialismus und Faschismus unter großen Opfern im Widerstand für Recht und Freiheit engagiert. Im Alter von 14 Jahren zum ersten Mal verhaftet, sollte er noch mehrmals im Gefängnis sitzen und von den Nazis schließlich zum Tode verurteilt werden.

Nach seiner Flucht in die Schweiz wurde er Verbindungsoffizier zwischen der Österreichischen Widerstandsbewegung „O5“ und den Alliierten. Dafür wurde ihm 1947 die Medal of Freedom verliehen. Ein Jahr später wurde er Diplomat in den USA. „Molden erlebte nicht nur 1945 als Sekretär von Außenminister Karl Gruber den Abschluss des Gruber-De Gasperi-Abkommens aus nächster Nähe mit, sondern er verhandelte bis zum Jahr 1960 als Mitglied im Politischen Komitee des Befreiungsausschusses Südtirol (BAS) mit Österreichern und US-Amerikanern. Damit trug Molden maßgeblich dazu bei, die Südtirol-Frage zu internationalisieren“, so Landeskommandant Elmar Thaler.

Seine Karriere als Medienmogul – er war bereits mit 34 der größte Zeitungsherausgeber Österreichs („Die Presse“, „Die Wochenpresse“, „Abendpresse“, „Express“, „Wiener Wochenblatt“) – erlaubte es ihm, den Südtiroler Freiheitskampf der 1960er Jahre sowohl publizistisch als auch finanziell großzügig zu unterstützen. Immer wieder forderte er die Selbstbestimmung für Südtirol.

„Molden war ein Kosmopolit, der aber zugleich immer Österreich und Südtirol im Blickfeld hatte“, so Landeskommandant Elmar Thaler. „Er gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten, die die österreichische Geschichte mitbeeinflusst und im wahrsten Sinne des Wortes mitgeschrieben haben.“ Dass er sich noch im Alter als Präsident des Auslandsösterreicherwerks engagiert und sich für die vom Südtiroler Schützenbund seit vielen Jahren geforderte Doppelstaatsbürgerschaft stark gemacht hat, zeige, dass er ein durch und durch politischer Mensch gewesen sei, der nie aufgehört habe, sich für seine Ziele stark zu machen, so Elmar Thaler.

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