BUCHENSTEIN – Nahezu 100 Jahre nach dessen Entfernung durch die Faschisten ist dieser historisch gewachsene Name wieder auf den Ortstafeln an den Grenzen der Gemeinden Col/Verseil (Colle S. Lucia) und Fodom/Buchenstein (Livinallongo del Col di Lana) im Südosten des alten Tirol zu lesen.

Das erstmals als Puochberg 1142 urkundlich erwähnte Toponym entwickelte sich im 13. Jh. durch die Nähe zum Schloss bei Andraz zu Puchenstein und bezeichnete bis 1803, neben Livinallongo, die Herrschaft des Brixner Fürstbischofs im oberen Cordevoletal. Während Livinallongo heute nur noch die gleichnamige Gemeinde bezeichnet, ist mit Buchenstein sowohl die Gemeinde als auch, nach altem Brauch, das gesamte Gebiet einschließlich Col gemeint.

Die Edlen de Costa, auch von Puochenstein genannt, zählen zum ausgestorbenen Alttiroler Adel. Ursprünglich auf dem Hofe Costa in Buchenstein beheimatet, wanderte die Familie zu Beginn des 14. Jhs. nach Al Plan de Mareo/St. Vigil in Enneberg aus, wo sie sich im Weiler Ras (Rost) niederließ. Im Wappen führten die von Buchenstein, die schließlich das Prädikat von Rost annahmen, einen Hundekopf. Es entstand in der Folge die Pustertaler Linie von Rost zu Aufhofen und Kehlburg.

Buchenstein bezeichnete also jene Herrschaft, der die heutigen Gemeinden Fodom/Buchenstein im engen Sinne und Col/Verseil (aus Wersil/Fursil) angehörten. Im 19. Jh. bildete Buchenstein ein Landgericht III. Klasse, 1868 wurde es zusammen mit Ampezzo zur Bezirkshauptmannschaft Ampezzo zusammengelegt.

Der Schützenkompanie Buchenstein ist es zu verdanken, dass die bis 1918 offizielle Bezeichnung des oberen Cordevoletales als sichtbares Zeichen der Geschichte und Kultur wieder jenen Platz einnimmt, der ihr rechtmäßig zusteht. Das ladinische Kulturinstitut “Cesa de Jan” und die Gemeinderäte von Fodom und Col haben das Vorhaben unterstützt und die nötigen Weichen gestellt.

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