Bezirkstag Pustertal in Toblach

TOBLACH – Der Schützenbezirk Pustertal hielt am Sonntag, den 17. März 2013 den Bezirkstag in Toblach ab. Nach der Aufstellung und Frontabschreitung marschierten die Fahnenabordnungen der 33 Kompanien, der Schützenkapelle Pichl und der Feuerwehr, begleitet von der Musikkapelle Toblach zur Pfarrkirche, wo Hochwürden Albert Ebner den Gottesdienst zelebrierte, der vom Kirchenchor mitgestaltet wurde.

Im Anschluss wurde beim Kriegerdenkmal der im letzten Jahr verstorbenen Kameraden gedacht. Ihnen zu Ehren feuerte die Kompanie Toblach unter dem Kommando von Hptm. Helmuth Taschler eine Ehrensalve ab. Die Musikkapelle spielte das Lied vom guten Kameraden, währenddessen ein Kranz niedergelegt wurde.

In der Aula der Mittelschule eröffnete Bezirksmajor Haymo Laner anschließend die Jahresbezirksversammlung. Zu den Ehrengästen gehörten Bürgermeister Guido Bocher mit Vertretern der Gemeindeverwaltung, der Medienreferent des Südtiroler Schützenbundes Major Efrem Oberlechner und als Vertreter des Viertels Osttirol die Majore Sepp Aussersteiner, Hans Obrist, sowie Ehrenmajor Bertl Jordan.

In seinem Rückblick erwähnte Haymo Laner den Freiheitsmarsch in Bozen mit rund 1.000 Schützen aus dem Bezirk, das Alpenregionsfest in Vielgereuth, den Bezirksball in Ahornach, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Toponomastik“ in Innichen, die Andreas-Hofer-Gedenkfeier in Mantua, die dieses Jahr von den Pusterern organisiert wurde, sowie die zwei Kompaniejubiläen in Steinhaus und Gais. Tragische Ereignisse, wie die Beerdigungen von Bezirkskassier Hptm. Lois Schneider und Kulturreferent Günther Obwegs hätten gezeigt, dass die Schützen in schweren Zeiten zusammenhielten. Der Bezirksleitung dankte er für die geleistete Arbeit. Für heuer rückte er das Gesamtpustertaler Treffen in Pfalzen am 21. April, sowie den vom Schützenbund ins Leben gerufene Unabhängigkeitstag am 18.Mai in Meran in den Mittelpunkt. Dieser sei ein Tag auf dem Weg in die Freiheit. Die wacklige Autonomie könne nicht das Ende sein. Nach den Protestmärschen sei jetzt Volksfeststimmung für die ganze Familie angesagt. Alle Parteien und Verbände hätten die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Schuhplattler- und Musikgruppen würden für Unterhaltung sorgen.

Die Bezirksmarketenderin Karin Unterpertinger berichtete über eine Kräuterwanderung in St. Lorenzen, die auch heuer geplant sei und einen Kurs zum selber herstellen vom Cremes im Kolpinghaus von Bozen.

Bezirksjungschützenbetreuer Werner Oberhollenzer blickte auf das Bezirksjungschützenschießen in Pfalzen, das Gesamttiroler JS Schießen in Imst, das Zeltlager in Pflersch, das Jungschützentreffen am Bergisel, ein Ausflug zur Pfandleralm nach Passeier und das Rodeln in Weißenbach zurück.

Umweltreferent Christian Steger ging auf die verbandsübergreifende Aktion “Ausverkauf der Heimat” ein. Erreicht worden sei, dass dieses wichtige Thema wieder in den Fokus der Politik gekommen sei.

Ladinervertreter Michael Ploner gab zu bedenken, dass die Ladiner auf mehrere Provinzen aufgeteilt seien. Er dankte den Kompanien für ihren Einsatz zum Erhalt der ladinischen Kultur. Ein Ausflug im letzten Jahr nach Innsbruck habe den Zusammenhalt gefördert.

Hptm. Berthold Astner las den Bericht von Schießbetreuerin Kathrin Innerkofler vor. Höhepunkte im letzten Jahr waren das Bezirksschießen in St. Lorenzen und das Rundenschießen. Dieses Jahr stünde das Landesschießen auf dem Programm.

Die neue Kulturreferentin Verena Obwegs, Schwester des verstorbenen Günther Obwegs, wolle das Erbe ihres Bruders übernehmen und dankte für die große Anteilnahme. Die Heimat sei nicht da, sie zu besitzen, sondern weiterzugeben an seine Kinder, meinte sie in ihrer ergreifenden Rede.

In den Grußworten ging Bürgermeister Guido Bocher auf das Schützenwesen ein. Die Geschichte sei unser Erbe, Heimat sei da, wo eine enge Wechselbeziehung zwischen Land und Menschen bestünde. Gestern wie heute seien Schützen ihren Werten treu geblieben um sie an die Jugend zu vererben. Das heutige Europa solle sich als Wertegemeinschaft der Völker entwickeln. Man solle aus der Geschichte lernen, um die Zukunft zu gestalten.

Viertelkommandant Sepp Aussersteiner überbrachte die Grüße des Viertels Osttirol. Er lud zum Hauptleutetreffen nach Matrei im Oktober und versicherte eine starke Teilnahme am Pusterer Treffen in Pfalzen.

Major Efrem Oberlechner dankte im Namen von Landeskommandant Elmar Thaler für die Arbeit im Bezirk. Der Unabhängigkeitstag sei eine Fortsetzung des Freiheitsmarsches mit allen Volksgruppen. Ein Tiroler sei der, der sich als Tiroler fühle. In Europas Medien würde Südtirol nun zusammen mit Schottland und den Katalanen genannt, wenn es um Selbstbestimmung ginge. Nach Zypern könnten wir die nächsten sein, wo der Rotstift angesetzt würde. Jeder müsse sich Gedanken über die Zukunft machen. Er zitierte Eduard Wallnöfer, der einmal meinte: “In dem Moment, wo die Schützen nicht mehr an die Landeseinheit glauben, sind sie überflüssig.”

Der Bezirkstag endete mit dem Absingen der Landeshymne.

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