Rom manipuliert Geschichtsdarstellung beim „Alpinidenkmal“ – trotzdem vom Brunecker Gemeinderat genehmigt

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ROM/BRUNECK – Harsche Kritik erntete der Brunecker Gemeinderat vom Südtiroler Schützenbund, weil er am 22. Oktober 2012 einen Text für die erklärenden Tafeln beim „Kapuziner Wastl“ genehmigt hat, obwohl dieser  von Rom und Venedig grundlegend und sinnentstellend manipuliert worden war.

Sprach der von den Historikern Stefan Lechner und Giorgio Delle Donne ursprünglich ausgearbeitete Text noch von einem „Angriffskrieg“, ist im neuen Text nur mehr verharmlosend von einem „Kolonialkrieg“ die Rede.

Die historischen Tatsachen missachtend, heißt es im Text außerdem, das nach dem Zweiten Weltkrieg wiedererrichtete Alpini-Denkmal sei „für alle im Krieg und bei zivilen Einsätzen ums Leben gekommenen Alpini errichtet worden“. „Diese Behauptung wird aber eindeutig durch die von den Alpini selbst im Jahre 1968 herausgegebene Erinnerungsmedaille widerlegt, auf der unmissverständlich vom „Monumento Alpino alla Divisione Pusteria – rifatto 1968 nuovo“ (zu Deutsch: „Alpinidenkmal zu Ehren der Divisione Pusteria [sic!] – wiedererrichtet 1968 neu“, kontert Landeskommandant Elmar Thaler.

Aber auch die Passage, dass die Bedeutung des Denkmals „umstritten“ sei, lässt der Südtiroler Schützenbund nicht gelten. Sein Zweck ist historisch eindeutig beweisbar. Im Nachhinein dieses gewaltverherrliche Denkmal damit schönzureden, dass „irgendwelche Alpini-Einheiten irgendwo in Italien einmal auch Gutes geleistet hätten“, sei  nicht annehmbar, heißt es aus der Bozner Schlernstraße, wo der Südtiroler  Schützenbund seinen Sitz hat.

Der Südtiroler Schützenbund erinnert daran, dass der von Italien geführte Abessinienkrieg im heutigen Äthiopien zu den brutalsten Angriffskriegen des 20. Jahrhundert zählt, bei dem Hunderttausende unschuldige Menschen unter anderem mit Giftgas ermordet wurden. Daran beteiligt war auch die durch das „Alpini-Denkmal“ glorifizierte „Divisione Pusteria“.

„Die Kenntnisse der Ereignisse rund um dieses Denkmal“ könnten zwar „zum besseren Zusammenleben beitragen“, wie es auf der Tafel postuliert wird, räumt der SSB es in seiner Aussendung ein. „Solange aber in unserem Land immer noch faschistische Denkmäler prangen, die Faschismus und Gewalt verherrlichen und vor denen Kränze niedergelegt werden können, werden wir nie europäische Reife erlangen“, ist Elmar Thaler, der Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes, überzeugt.

Der Text der Tafeln in vollem Wortlaut

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