Feierliches Gedenken an Katharina Lanz

BUCHENSTEIN – Am Samstag, den 21. Juli 2012 wurde in La Plie de Fodom/Buchenstein feierlich Katharina Lanz, der Heldin von Spinges, gedacht. Anlass war in erster Linie das 100-jährige Bestehen des Katharina-Lanz-Denkmals vor der Pfarrkirche.

Dieses Denkmal ist in besonderer Weise der Standschützengesellschaft von Buchenstein zu verdanken, die sich im fernen Jahr 1901 für die figurative Darstellung des Heldenmädchens von Spinges einsetzte. Eine eigens dafür eingesetzte Kommission fasste damals den Entschluss, den Bildhauer Josef Parschalk mit der Darstellung zu betrauen. Am 23. Juni 1912 erfolgte dann die feierliche Einweihung. Die Bevölkerung von Buchenstein scheute die doch beträchtlichen Kosten von rund 12.000 Kronen nicht; die Spendenaufrufe stießen bei den Einheimischen durchwegs auf offene Ohren. Aber auch namhafte Persönlichkeiten wie Fürst Johann von und zu Liechtenstein oder Thronfolger Franz Ferdinand, der das Protektorat über das Denkmal übernahm, halfen bei der Finanzierung des Kunstwerks. Große Hilfe leisteten auch der Deutsche und der Österreichische Alpenverein.

Als dann der Erste Weltkrieg ausbrach und irredentistische Bestrebungen immer mehr an Einfluss gewannen, wurde die Statue zunächst nach Corvara in Sicherheit gebracht und dann ins Kriegsmuseum von Rovereto ausgestellt. 1962 war es das ganz große Verdienst von Gemeindevorsteher Felice Degaspar (Felize dal Meine), der die Statue wieder an ihren ursprünglichen Platz, nämlich auf den Hauptplatz, zurückbringen ließ.

Die 100-jährige Jubiläumsfeier begann am späten Nachmittag mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche von La Plie. In der Predigt unterstrich Don Alfredo Murer die Wichtigkeit des Glaubens. Katharina Lanz habe in der Schlacht von Spinges nicht nur gegen das gewaltige Vordringen der Franzosen gekämpft, sie habe vor allem die sakralen Gegenstände in und außerhalb der Kirche vor den feindlichen Plünderungsversuchen schützen wollen. Ohne den Glauben könne der Mensch nicht mit einer derart starken Entschlossenheit, wie sie Katharina Lanz entgegenbracht hatte, handeln. Und auch später, als sie als Haushälterin des Pfarrers Jan Maneschg diente, stand der Glaube stets im Mittelpunkt.

Nach der Messfeier stellten sich die Schützenkompanien Anpezo Hayden (Ehrenkompanie), Al Plan und La Pli de Mareo sowie die Abordnungen aus Spinges, Moena und die feiernde Schützenkompanie Buchenstein selbst, begleitet von der jungen Musikkapelle Fodom, auf dem Neuen Platz auf. Es folgte die Frontabschreitung und dann wurde zum Katharina-Lanz- Denkmal marschiert.

Hauptmann Artur Filippin nahm die Begrüßung vor, es folgten die Ansprachen des Bürgermeisters Ugo Ruaz, des Schützenmajors Lois Taibon sowie ein kurzer geschichtlicher Rückblick durch Hauptmann Filippin und den Historiker Dr. Ivan Lezuo. An der Feier hatten auch der Bürgermeister von Col, Oscar Troi, und die Regionalpolitikerin Daniela Templari sowie zahlreiche Buchensteiner teilgenommen.

Anschließend segnete Hochwürden Don Vito de Vido in einer kurzen, aber sehr andächtigen Zelebration den Kranz, den am Denkmal niedergelegt wurde. Mit der Landeshymne wurde der offizielle Teil der Feier abgeschlossen. Im Zelt, das gemeinsam mit dem Kirchenchor anlässlich des Festes zum Hl. Jakob aufgestellt wurde, konnte dann weitergefeiert werden.

Abschließend gilt es noch einmal auf die tiefe Verbundenheit der Bevölkerung aus Fodom mit Südtirol und deren Leute hinzuweisen. Fodom, Col und Anpez waren einst Teil unseres Landes und leben noch heute unsere Traditionen mit Stolz und Bewusstsein. Eine Unrechtsgrenze trennt diese Gemeinden von Südtirol, trotz eines deutlichen Referendumsausganges im Oktober 2007. Von Unrechtsgrenzen und falscher Bevormundung können auch wir Südtiroler ein Lied singen.

Fodom kann nicht nur auf Katharina Lanz stolz sein, sondern auch auf eine couragierte Schützenkompanie, und nicht zuletzt auf ihre beherzigte Bevölkerung.

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